Arnold B. Stampfli
Schweiz

Arnold B. Stampfli: «Abt Ivo war grossartig»

Der Journalist Arnold B. Stampfli kennt den verstorbenen Abt des Klosters St. Otmarsberg in Uznach, Ivo Auf der Maur. Er hat zu Geburtstagen und Jubiläen über ihn geschrieben. Und ihn auch zum persönlichen Gespräch getroffen.

Regula Pfeifer

Wie war Ivo auf der Maur als Mensch?

Arnold B. Stampfli*: Grossartig. Er hat viel geleistet als Leiter von St. Otmarsberg.     

«Er hat den Weg geebnet zur Gründung des Klosters.»

 

Ivo Auf der Maur, Alt Abt von St. Otmarsberg
Ivo Auf der Maur, Alt Abt von St. Otmarsberg

Was hat er geleistet?

Stampfli: Er hat den Aufbau der benediktinischen Gemeinschaft  in Uznach vorangetrieben. Und er hat den Weg geebnet für die Gründung des Klosters. Damals gab es in der Schweiz noch ein Klosterverbot. St. Otmarsberg ist das erste und einzige Kloster, das nach Aufhebung des Klosterverbots in der Schweiz ins Leben gerufen wurde.

Hat das Kloster sonst eine Besonderheit?

Stampfli: Ja, es ist als einziges hiesiges Benediktinerkloster nicht Mitglied der Schweizerischen Benediktinerkongregation. St. Otmarsberg hat sich der Benediktinerkongregation von St. Ottilien angeschlossen, einer weltweiten Ordensgemeinschaft, die auf Missionierung spezialisiert ist.

Welche Rolle hatte Ivo Auf der Maur dabei?

Stampfli: Er hat erst als Prior, dann als Abt die Grundlage für das heutige Kloster St. Otmarsberg gelegt. Und dieses dann auch geleitet. Hinzu kam stets die Arbeit für die Missionen. Das ist sein grosses Verdienst.

«Die Benediktiner bauten zuerst nur ein Wohnhaus, keine Kirche.»

Was war St. Otmarsberg denn vorher?

Stampfli: Es war ein Missionshaus. Die Benediktiner kauften zuerst ein einfaches Wohnhaus und bauten dann den grösseren Wohntrakt, der heute neben der Kirche steht. Eine Kirche wurde anfänglich keine gebaut. Dies, um keinen Missmut auf sich ziehen. Denn Klostergründungen waren damals noch verboten. Erst als das Klosterverbot in der Bundesverfassung gestrichen wurde, wurde eine Kirche hinzugebaut.

«In den letzten Jahren hatten seine Kräfte nachgelassen.»

Hatten Sie persönlichen Kontakt zu ihm?

Stampfli: In den letzten zwei, drei Jahren nicht mehr. Seine Kräfte hatten nachgelassen.

Wann haben Sie ihn kennen gelernt?

Stampfli: Erst als er Abt von St. Otmarsberg war. Vorher lebte und arbeitete ich in St. Gallen und hatte keinen Kontakt zu ihm. 1995 zog ich nach Rieden, in die Nähe von Uznach. So kam ich in Kontakt zu ihm. Ich habe einige Artikel zu seinen Geburtstagen und Jubiläen geschrieben. Wir führten auch persönliche Gespräche.

Schreiben Sie auch jetzt über ihn?

Stampfli: Ja, ich bin an einem Beitrag für die Linth-Zeitung. Den muss ich heute Nachmittag abgeben. Deshalb habe ich nicht länger Zeit fürs Gespräch.

*Arnold B. Stampfli (90) ist Journalist und war erster Kommunikationsbeauftragter der Bistums St. Gallen.


Arnold B. Stampfli | © Georges Scherrer
18. Januar 2021 | 17:51
Lesezeit : ca. 2  Min.
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Das Leben des Abts von Uznach

Ivo Auf der Maur ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das schreibt das Kloster St. Otmarsberg am 15. Januar im Nachruf auf seiner Webseite. Auf der Maur war von 1982 bis 1999 Abt des Klosters in Uznach im Kanton St. Gallen. Der am 14. August 1924 in Steinen SZ Geborene besuchte 1937 bis 1944 das Gymnasium in Einsiedeln und trat im November 1944 ins Kloster ein. Ab 1945 studierte er Theologie in Freiburg (Schweiz). Von 1951 bis 1965 lebte er als Missionar in Tansania, wo er am Kleinen Seminar in Kigonsera Philosophie unterrichtete. Danach studierte er in Rom und schloss 1958 mit dem Doktorat ab. Zurück in der Schweiz engagierte er sich zuerst in Freiburg, dann in Uznach in der Missionsarbeit. (rp)