Alt-Pfarrer Paul Zurbriggen im Wallis gestorben
Am heutigen Freitag verstarb im Spital von Brig Alt-Pfarrer Paul Zurbriggen in seinem 90. Lebensjahr und im 64. Jahr seines Priestertums. Er galt als aktiver, einsatzbereiter sowie liebenswürdiger und verständnisvoller Seelsorger, der bereit war, auf die Menschen zuzugehen.
Paul Martone*
Paul Zurbriggen wurde am 16. Januar 1936 in Glis als Sohn des Gustav und der Leonie Schmidt geboren. Hier in seinem Heimatort besuchte er auch die Primarschule. 1949 begann er das Kollegium in Brig, wo er 1957 die Matura bestand. Anschliessend trat er in Sitten ins Priesterseminar unseres Bistums ein, wo er Philosophie und Theologie studierte.
In Glis zum Priester geweiht
Am 24. Juni 1962 wurde er in Glis zum Priester geweiht, und feierte dort am 29. Juni auch seine erste Heilige Messe. Von 1962 bis 1966 wirkte er als initiativer Kaplan in Visperterminen, wo er sich vor allem in der Jugend- und der Krankenseelsorge engagierte.
1966 ernannte ihn Bischof Nestor Adam zum Pfarrer in Bellwald. Bestens in der Lage alle anfallenden Probleme anzugehen, kümmerte er sich um die alltägliche Seelsorge der Einheimischen und der Touristen dieses aufstrebenden Dorfes. Er erteilte auch Religionsunterricht in den verschiedenen Orts-Zentren.
Übernahm Pfarreien in Leukerbad und Inden
Zudem war er besorgt um die Restauration der Kapelle im Ried (1968), in Fürgangen und der Pfarrkirche (1977/78). So war er bestens geeignet, 1980 die Pfarreien in Leukerbad und Inden zu übernehmen. Im Bäderdorf durfte er mehrere bedeutende Bauwerke unter den Schutz Gottes stellen, so 1981 durch das neuerbaute Volksheilbad. 1989/1990 renovierte man die Pfarrkirche von Grund auf.
Diese erhielt unter anderem eine zweite Empore und mit der jetzigen Orgel, ein wegen seiner Klangschönheit von Musikern im In- und Ausland geschätztes «Bijou der Schweizer Orgelbaukunst». Am 23. Juni 1991 segnete Kardinal Heinrich Schwery die renovierte Pfarrkirche und weihte auch den neuen Altar.
Offen, tolerant, bescheiden – mit Mutterwitz
1991 verliess Zurbriggen das Bäderdorf und wurde Pfarrer von Turtmann, von 1996 bis 1999 war er zusätzlich Pfarrer von Agarn. Auch hier erwies er sich als guter Hirte: offen, tolerant, bescheiden und redegewandt verkündete er das Evangelium und lebte dieses vor.
Pfarrer Zurbriggen wurde beschrieben als aktiver, einsatzbereiter sowie liebenswürdiger und verständnisvoller Seelsorger, der bereit war, auf die Menschen zuzugehen und das Gespräch mit der Gemeinde zu suchen. Dabei half ihm oft auch sein Mutterwitz.
In Liturgiekommission engagiert
Als Dekan des Dekanates Leuk (1996-2001) wurde Paul Zurbriggen als treibende Kraft geschätzt, wenn es darum ging, neue Mittel und Wege in der Seelsorge zu suchen, ohne jedoch Wesentliches und Bewährtes über Bord zu werfen.
Er hat sich in verschiedenen überpfarreilichen Kommissionen, unter anderem in der Liturgiekommission des Bistums, in der Kommission für das Gastgewerbe und im Priesterrat engagiert.
Schöpfte Kraft in Fokolar-Bewegung
Kraft für sein kirchliches Engagement und seinen persönlichen Glauben fand Pfarrer Zurbriggen in der Fokolar-Bewegung, die 1943 von Chiara Lubich gegründet worden war und dessen Mitglied er war.
Ihre Spiritualität entsteht aus der grundlegenden Erfahrung, dass ein Gott mit den Menschen geht, der Liebe ist. Nun darf der verstorbene Priester Paul Zurbriggen diese Liebe im vollen Licht unverhüllt schauen. Möge Gott ihn aufnehmen in seine Herrlichkeit. Die Beerdigung findet am Dienstag in der Wallfahrtskirche von Glis statt.
*Paul Martone ist Medienbeauftragter des Bistums Sitten für den deutschsprachigen Teil
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