Abschied von Luca Montagner: «Bistumssprecher zu sein, ist ein Privileg»
Nach sieben Jahren im Kommunikationsdienst des Bistums Lugano hat Luca Montagner seinen Posten per Ende Oktober verlassen. Er wird fortan die Kantonsbibliothek in Bellinzona leiten und dabei die im Bistum erfahrene «Wertschätzung jeder menschlichen Beziehung» einbringen.
Regula Pfeifer
Nach sieben Jahren verlassen Sie Ihre Stelle als Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Lugano – weshalb?
Luca Montagner: Ich spürte, dass der Moment eines Wechsels gekommen war. Da war die Lust, zurückzukehren in meinen Studienbereich, in die Kultur und die Welt des Buches.
«Die Arbeit als Bistumssprecher erfordert viel Flexibilität und Dienstbereitschaft.»
Kommunikationsverantwortlicher einer Diözese zu sein, scheint keine einfache Aufgabe, denn in den vergangenen Jahren gab es verschiedene Wechsel auf diesen Posten in verschiedenen Bistümern. Wie sehen Sie das?
Montagner: Das ist eine sehr dynamische Arbeit, die viel Flexibilität und Dienstbereitschaft erfordert. Auch wer einen begleitet – ich denke an die eigene Familie – muss dazu bereit sein und diese Situation akzeptieren. Gleichzeitig aber ist es auch ein Privileg, denn es erlaubt einem, in Kontakt mit unseren Bischöfen zu arbeiten, sie zu unterstützen bei der Handhabung der Kommunikation. Dieser Aspekt wird immer wichtiger für den Dienst in der Kirche.
Es ist noch kein Nachfolger gefunden worden, weshalb?
Montagner: Um die richtige Person für diesen Dienst zu finden, braucht es Zeit und Geduld, gerade wegen der Art der Aufgabe. Es ist richtig, dass es eine Periode des Unterscheidens gibt seitens des Bischofs und seiner engsten Mitarbeitenden.
«Die Vereidigung der Schweizergarde war eine einzigartige Erfahrung.»
Welches war der schönste Moment an Ihrer Stelle?
Montagner: Ich nehme viele private Momente mit, erlebt mit den Kollegen in diesen Jahren. Wenn ich aber einen besonders hervorheben soll, ist es, als ich – in der Begleitung von Bischof Valerio Lazzeri – das erste Mal an der Vereidigung der Schweizergarde in Rom teilnahm. Das war eine wirklich einzigartige Erfahrung.
Welches war der schwierigste Moment?
Montagner: Da denke ich an den Tag, als der Bericht der Universität Zürich über die sexuellen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche der Schweiz seit den 1950er-Jahren veröffentlicht wurde. Die Schweizer Kirche hat den Mut gehabt, diese Situation anzugehen, im Bewusstsein ihrer Grenzen und mit dem Bemühen, sich zu verbessern.
«Bischof Lazzeri hat mir von Anfang an grosses Vertrauen geschenkt.»
Sie haben unter zwei Bischöfen gearbeitet – unter Valerio Lazzeri und Alain de Raemy. Wie haben Sie diese erlebt?
Montagner: Mit viel Dankbarkeit. Bischof Lazzeri hat mir jungem Studienabgänger von Anfang an grosses Vertrauen geschenkt, indem er mir die nicht einfache Aufgabe der Kommunikation anvertraute. Und Bischof de Raemy hat auf demselben Weg väterlich meinen Wunsch nach einem Wechsel aufgenommen, ihn akzeptiert und mich sogar zu diesem Schritt motiviert.
Sie werden die Stelle des Leiters der Kantonsbibliothek Bellinzona übernehmen. Welche diözesanen Erfahrungen werden Ihnen dafür nützlich sein?
Montagner: Die Wertschätzung jeder menschlichen Beziehung, ein wertvoller Schatz, den ich in dieses neue Abenteuer mittragen werde. Sicher, auch die Flexibilität und der Umgang mit Krisensituationen, von denen es nicht mangelte in diesen Jahren, sind wichtige Erfahrungen. Aber schlussendlich: Was wirklich zählt, sind die menschlichen Beziehungen, denn sie zeichnen unsere Natur als «soziales Wesen» aus, wie schon Aristoteles schrieb.
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