Gebährende Maria: Figur der Künstlerin Esther Strauss im Dom von Linz, vor der Zerstörung
International

1000 Euro Strafe für die Zerstörung der Linzer Marienstatue

Ein 31-jähriger Österreicher muss 1000 Euro Strafe zahlen. Er hatte auf sozialen Netzwerken den Täter als «Helden von Linz» und «tapferen Katholiken» bezeichnet.

Wie auf kath.net berichtet wird, muss ein 31-jähriger Österreicher 1000 Euro Geldbusse bezahlen, weil er im Internet auf Social Media den Vandalenakt an der umstrittenen Marienfigur im Linzer Dom, die vergangenen Sommer für viel Entsetzen bei Katholiken gesorgt hat, bejubelt hat.

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Sollte der Betrag binnen zwei Wochen nicht bezahlt werden, könnte es allerdings noch zu einem Gerichtsverfahren kommen. Der 31-jährige hatte auf sozialen Netzwerken den Täter als «Helden von Linz» und «tapferen Katholiken» bezeichnet. Er sprach auch von einer «Heldentat». Daher musste er sich wegen Gutheissens einer mit Strafe bedrohten Handlung beziehungsweise Aufforderung zu einer solchen vor Gericht verantworten.

Mutter Gottes mit gespreizten Beinen

Mitte letzten Jahres hatte ein Unbekannter die Figur wenige Tage, nachdem sie ausgestellt worden war, geköpft. Die Statue trug den Titel «crowning», was als eine Anspielung auf die Krönung der Muttergottes verstanden werden kann. Andererseits bezeichnete der Begriff jenen Moment bei der Geburt, bei der erstmals das Köpfchen des Kindes auf dem Weg aus dem Mutterleib in die Welt gesehen werden kann.

Esther Strauss neben ihrer Figur der gebärenden Maria im Dom von Linz
Esther Strauss neben ihrer Figur der gebärenden Maria im Dom von Linz

Die Figur im Linzer Dom zeigte explizit genau dieses Geschehen – die Muttergottes mit gespreizten Beinen, dazwischen die Oberseite des Köpfchens des Jesuskindes. Aus Gründen der Diskretion wurde in der Berichterstattung, sowohl im Fernsehen als auch in anderen Medien, generell der Blick zwischen die Beine ausgespart, der sich den Gläubigen im Linzer Dom jedoch bot.

«Riskante Verbindungen mit den Toten»

Im Jahr 2021 nahm Esther Strauss, die für die Anfertigung der Figur verantwortlich war, an einer Veranstaltung mit dem Titel «Hexengespräche» teil. In der Beschreibung hiess es damals: «Esther Strauss ist mit drei ihrer Arbeiten in der Ausstellung Hexen vertreten. Den Performance-Fotografien und Skulpturen ist gemeinsam, dass sie die ausgetretenen Pfade der im sogenannten Westen praktizierten Erinnerungs-, Trauer- und Gedenkrituale verlassen. Stattdessen werden riskante Verbindungen mit den Toten hergestellt. Diese heiklen Beziehungen, die sie aufbauen, denken den Kreis der Ahn_innen und Familie weit über den westlichen Alltagsverstand hinaus und münden in eine Gemeinschaft mit einer grösseren Vision von Solidarität.»

Im Grab ihres Grossvaters geschlafen

Auf ihrer Internetseite bezeichnet sich Strauss als «Performance- und Sprachkünstlerin». Dort ist ausserdem zu lesen: «2016 habe ich das Grab meines Grossvaters mit den Händen ausgehoben und eine Nacht lang in seiner Erde geschlafen.» (woz)


Gebährende Maria: Figur der Künstlerin Esther Strauss im Dom von Linz, vor der Zerstörung | © Ulrich Kehrer
23. März 2025 | 12:00
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