Statement des AKF: Sexueller Missbrauch in der Kirche muss aufgeklärt werden – den Opfern zuliebe

Und wieder wird ein Fall von sexuellem Missbrauch in der Kirche publik: Der «Beobachter» beschrieb kürzlich, wie ein Priester eine minderjährige Frau in den Neunzigerjahren sexuell missbrauchte – mehrere Jahre lang. Durch einen Formfehler der Kirchenverantwortlichen wurde bisher kein kirchliches Strafverfahren eröffnet. Wie kann das sein, fragt sich der Aargauische Katholische Frauenbund AKF? Natürlich kann man mit Verjährung argumentieren. Doch solche Taten verjähren nie in den Köpfen der Opfer.

Hingegen sandte der Bischof laut «Beobachter» Kopien der persönlichen Tagebuchnotizen der betroffenen Frau aus Zeiten des Missbrauchs dem mutmasslichen Täter weiter. Auf diese Weise wird das Vertrauen der Betroffenen noch einmal missbraucht.

Bischof Gmür räumte zwar Fehler ein, schiebt die Verantwortung jedoch ab. Nun liegen alle Unterlagen in Rom zur Prüfung. Die Kirchenverantwortlichen verkennen offenbar das jahrelange Leiden eines Opfers und der Wunsch nach einer öffentlichen Entschuldigung seitens des Bischofs als kirchlichen Vertreter.

Die Vorstandsfrauen des AKF fordern Bischof Gmür auf, Haltung zu zeigen. Das Image der katholischen Kirche ist seit Jahren durch Missbrauchsfälle angeknackst. Es braucht eine Führungsperson, die Rückgrat beweist und sich für eine schonungslose Aufklärung einsetzt. Es muss möglich sein, dass die Opfer wieder Frieden finden und nicht ein Leben lang von einem Trauma geleitet werden.

Aargauer kath. Frauenbund AKF
8. September 2023 | 07:04