Die Schwestern sind eingezogen

Medienmitteilung: Kloster St.Schoastika ist wieder von einer geistlichen Gemeinschaft bewohnt

TÜBACH. Im April 2019 gaben die hochbetagten Schwestern des Klosters St.Scholastika ihr Kloster nach 403 Jahren Bestehen auf, um auf die St.Galler Notkersegg umzuziehen und dort weiterhin in der Ordensfamilie der Kapuzinerinnen zu leben. Im Tübacher Kloster sind unterdessen sieben Schwestern der Familie Mariens eingezogen. Sie bilden eine neue, erstaunlich junge Gemeinschaft.

Den Kapuzinerinnen aus Tübach haben sich im Kloster St.Maria vom guten Rat Notkersegg sehr gut eingelebt. Nun ist ihr grösster Wunsch in Erfüllung gegangen, St. Scholastika in Tüach ist wieder Heimat einer Schwesterngemeinschaft. Gebetszeiten, Arbeit, das Leben in Gemeinschaft, das Kloster dient schon nach eineinhalb Jahren wieder seinem ursprünglichen Zweck. Ausnahmsweise darf das in Superlativen kommentiert werden: es ist ein Segen, ein echter Glücksfall in heutiger Zeit.

Beten für die Menschen

«Die erste Mission unserer Gemeinschaft ist das Gebet, gerade in der heutigen, durch Corona belasteten Zeit, beten wir stellvertretend für die Menschheit», sagt Sr. Anezka Geiser. Sie spürt, dass viele Menschen müde und erschöpft sind. «Wir Schwestern möchten einfach da sein, an diesem Ort, wo die Leute Kraft und Trost schöpfen können». In der Klosterkirche von Tübach lädt die Familie Mariens zur Anbetung ein. Pater Janko Studer feiert regelmässig Eucharistie in der Klosterkirche und spendet weitere Sakramente wie die hl. Beichte (Versöhnung) oder die Krankensalbung. Auch persönliche Seelsorge-Gespräche sind möglich. Selbstverständlich hält sich die Gemeinschaft in allen Aktivitäten an die geltenden Corona-Regeln.
Über die Klosteranlage, die nun in der Obhut der Schwestern ist, gerät Sr. Anezka Geiser ins Staunen: «Es ist ein wunderschöner Ort, wir fühlen uns schon jetzt sehr wohl hier». Die Schwestern haben in und um die Klostergebäude mit unzähligen Räumen viele Aufgaben zu erledigen. Sr. Anezka erwähnt zudem den Garten, der künftig wieder mehr bewirtschaftet werden soll.

Berufung und wahre Freude

Sein Leben Gott zu widmen, sich ihm zu schenken, ist für die Schwestern Berufung und wahre Freude. «Der Druck auf die Menschen in der Welt ist enorm», erklärt Sr. Anezka. «Ich spüre die Gewissheit, dass Gott da ist, mich schützt und auch befreit». Die jüngste der sieben Schwestern der Familie Mariens ist 25 Jahre alt, die älteste 53. Vier der Frauen stammen aus der Schweiz, zwei aus Deutschland und eine ist aus Österreich. Die neuen Bewohnerinnen sind aus verschiedenen Gemeinschaften im In- und Ausland ins Kloster St.Scholastika umgezogen, um künftig in Tübach zu leben. Zusätzlich im Kloster wohnt Barbara Sidler als Laienmitglied der Familie Mariens. Sie lebt schon seit Jahren in Tübach und war eine grosse Stütze für die Kapuzinerinnen, nun hilft sie auch den Schwestern der Familie Mariens.

Absichtserklärung zur Übernahme

Die Kapuzinerinnen von St. Scholastika haben mit der Familie Mariens eine Absichtserklärung unterzeichnet mit dem Ziel, die Klosteranlage in einem nächsten Schritt an sie zu übergeben. Auf welchem Rechtsweg und zu welchen Bedingungen dieser Übergang erfolgen soll, wird in den nächsten Monaten sorgfältig erarbeitet. Unterstützt werden die ehemaligen Tübacher Schwestern von Klosterberater Peter Schönenberger und von Claudius Luterbacher, Kanzler des Bistums St.Gallen. (BistumSG/Sabine Rüthemann)

Schwestern der Familie Mariens, Tübach | © Bistum St. Gallen
Bistum St. Gallen
5. November 2020 | 08:13