Resilienz-Kalender 2020

6. Dezember: Kraft tanken und weitergeben. Ganz unvermittelt.

Manchmal kommt etwas über soziale Medien rein, das mich mehr als einen kleinen Moment innehalten lässt. Zum Beispiel ein Bild des Schweizer Malers Ferdinand Gehr. Ja, der mit den Spiegeleiern und so.

Martin Spilker

Martin Werlen, der frühere Abt von Einsiedeln, hat vor einiger Zeit dieses Bild mit dem kurzen Text «Lebensfreude! Ein #LichtblickausStGerold von Ferdinand Gehr (1896-1996)» vertwittert:

Ausschnitt aus einer Wandmalerei von Ferdinand Gehr in der Propstei St. Gerold.

Mir gefällt die Malerei von Gehr. Und ich schaue sie gerne lange an. Die Figur im Zentrum etwa. Ein Kind? Ein Sonnenanbeter? Oder doch ein Verwundeter, dem der Arm abfällt? Keine Antwort. Doch die zweite Figur scheint sich um die erste zu sorgen. Woher kommt sie?

Dann: Ein Baum links, stark, kräftig im Laub, aber auch mit eigenartiger dunkler Hülle um die tragenden Äste. Daneben eine Blume, durch die Perspektive grösser als die Figur im Zentrum. Und die Blüte in derselben Farbe wie deren Kopf. Die haben etwas gemeinsam.

Und natürlich die Formen am oberen Bildrand. Das Spiegelei. Mir egal. Ich sehe Sonne, Wolke, Strahlen. Nur stimmt da etwas nicht. – Die Sonne steht vor der Wolke und die Strahlen weisen sowohl nach aussen wie nach innen. Eine Anlehnung an das Meditationsbild von Bruder Klaus?

Ich stelle mir mich gerne als die Figur in der Mitte vor. Nehme gerne auf, was von diesem Sonnengebilde ausgeht. Und schicke davon genauso gerne einiges weiter.

Die von Ferdinand Gehr gezeichneten Engel im oberen Teil des Bildes wurden von einigen Leuten als Spiegeleier interpretiert. | © zVg
6. Dezember 2020 | 00:00
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