Rosenkranzgebet mit Papst Leo XIV. am 27. September 2026 in Lourdes (Frankreich)
Vatikan

Bewegende Lichterprozession mit Papst Leo XIV. in Lourdes

Seit fast 170 Jahren ziehen Pilger jeden Abend mit Kerzen durch Lourdes. Zum ersten Mal nahm nun auch Papst Leo XIV. an der berühmten Fackelprozession teil – und sprach dabei vom «Licht der Hoffnung».

Severina Bartonitschek, Ludwig Ring-Eifel

(CIC) Unzählige Kerzen erleuchten den Sonntagabend in Lourdes, während Papst Leo XIV. die Prozession über die riesige Esplanade vor der Rosenkranzbasilika anführt. Insgesamt 18 Mal soll hier die Muttergottes dem 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 erschienen sein und selbst um die Prozession gebeten haben.

Liebevolle Einladung der Jungfrau Maria

«Wie bewegend ist es, zu sehen, wie das Gottesvolk über Generationen hinweg mit Liebe und Vertrauen auf die liebevolle Einladung der Jungfrau Maria antwortet», sagte der Papst. «Wie tröstlich ist es, Christen innig und gläubig Lieder singen zu hören und zu sehen, wie sie mit einer Kerze in der Hand auf ihre himmlische Mutter zugehen, die Mutter, die Jesus am Kreuz auch uns zur Mutter gegeben hat.»

Messe mit Papst Leo XIV. auf der Wiese des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Lourdes, am 27. September 2026 in Lourdes (Frankreich).
Messe mit Papst Leo XIV. auf der Wiese des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Lourdes, am 27. September 2026 in Lourdes (Frankreich).

Seit fast 170 Jahren findet die Prozession jeden Abend statt; lediglich in den Wintermonaten wird sie ausgesetzt. Begleitet von Rosenkranzgebeten in verschiedenen Sprachen und dem bekannten Lourdes-Lied gilt sie als der atmosphärische Höhepunkt eines jeden Wallfahrtstages. Jahr für Jahr reisen Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Menschen mit Behinderung, die auf Heilung hoffen, zu der Pilgerstätte am Fuß der Pyrenäen.

«Licht der Hoffnung»

«Dieses Licht, das uns leitet und anzieht, ist das Licht der Hoffnung, das uns auf unserem Lebensweg nie verlässt», fuhr Leo XIV. fort. «Dieser ist zwar oft gesäumt von Prüfungen, aber auch schon durchdrungen von der Freude darüber, dass wir von Jesus geliebte und erlöste Kinder Gottes sind.»

Papst Leo XIV. besucht am 27. September 2026 die Karmelitinnen im Karmeliterkloster von Lourdes (Frankreich).
Papst Leo XIV. besucht am 27. September 2026 die Karmelitinnen im Karmeliterkloster von Lourdes (Frankreich).

Kranke Menschen seien besondere Zeugen dieser Verwandlung des Lebens durch den Glauben und die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. «Um das wirklich zu verstehen, muss man hierherkommen und gemeinsam mit euch, liebe Kranke, an dieser Prozession teilnehmen», sagte der Papst. «Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Wir sind also gerufen, unseren Weg treu fortzusetzen, immer weiter, solange uns noch Lebenstage auf dieser Welt geschenkt sind.»

Gespräche mit Missbrauchsopfern

Zuvor hat Papst Leo XIV. hat in Lourdes mit sieben Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche gesprochen. Wie der Vatikan am Sonntagabend mitteilte, fanden die Gespräche mit den vier Männern und drei Frauen nacheinander einzeln statt. Sie dauerten insgesamt etwa 90 Minuten. Danach habe es eine gemeinsame Begegnung der Betroffenen mit dem Papst gegeben. Ort der Gespräche war das bischöfliche Haus in Lourdes.

In der Mitteilung heisst es weiter, der Papst habe die Geschichte und das Leiden jeder einzelnen betroffenen Person angehört. Zudem habe er mit ihnen über ihre Vorschläge gesprochen, um derartige Verbrechen künftig zu verhindern. Mit einigen habe er auch kurz gebetet.

Papst Leo XIV. besucht am 27. September 2026 die Karmelitinnen im Karmeliterkloster von Lourdes (Frankreich).
Papst Leo XIV. besucht am 27. September 2026 die Karmelitinnen im Karmeliterkloster von Lourdes (Frankreich).

Bei dem gemeinsamen Treffen habe Leo XIV. schliesslich zum Ausdruck gebracht, dass er allen Missbrauchsbetroffenen nahe sei. Er hoffe, daran mitwirken zu können, dass die Gemeinschaft der Gläubigen ein Ort sein könne, wo Männer und Frauen jeden Alters Trost und Heilung finden können. Er habe die Anwesenden gebeten, für ihn zu beten und sie gesegnet.

Teilnehmer äusserten sich nachher positiv

Einige Teilnehmer äusserten sich anschliessend in einem Pressegespräch. Einer bescheinigte dem Papst, dass er es offenbar ernst meine. Es sei eine sehr emotionale Begegnung gewesen. Ein anderer Betroffener sagte, er habe den Eindruck, dass Leo XIV. sehr engagiert und entschieden an dem Problem arbeite.

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Ein weiterer Teilnehmer berichtete, man habe über Massnahmen zur Prävention und eine «veränderte Kultur auf allen Ebenen» gesprochen. Der Papst sei überzeugt, dass das Problem eine systemische Dimension habe, die noch nicht überwunden sei. Die Kirche in Frankreich habe da noch viel Arbeit vor sich.


Rosenkranzgebet mit Papst Leo XIV. am 27. September 2026 in Lourdes (Frankreich) | © KNA
28. September 2026 | 14:15
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