Zugspitzkreuz beklebt – auf Foto festgehaltene Übeltäter gesucht
14 Tage lang war eine Restauratorin 2025 damit beschäftigt, Schichten von Aufklebern vom Gipfelkreuz der Zugspitze zu entfernen. Nun werden zwei im Foto festgehaltene Übeltäter öffentlich gesucht.
(KNA) Ende 2025 war das frisch restaurierte goldene Gipfelkreuz wieder auf Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, in 2962 Metern Höhe per Hubschrauber zurückgekehrt. Seither hoffte die Bayerische Zugspitzbahn, dass die Vernunft bei Gipfelstürmern siegen werde und diese künftig darauf verzichteten, Aufkleber am Kreuz anzubringen. Doch vor Kurzem wurden zwei Personen bei ihrer Aktion fotografiert. Zuerst hatte der «Spiegel» darüber berichtet.
Auch Telefonnummern auf Warnschildern zugeklebt
Auf Instagram postete die Zugspitzbahn das Foto mit den Worten «Oida, euer Ernst?!». «Oida» ist Dialekt und steht im Bairischen wie im Österreichischen für «Alter». Der Ausdruck wird im Sinne von «Hey, Mann!» verwendet. In dem Post wird darauf verwiesen, dass das Bekleben des Gipfelkreuzes keinen harmlosen Spass darstelle, sondern es sich vielmehr um Sachbeschädigung und eine Straftat handle.
Weiter heisst es: «Das Problem hört beim Kreuz aber nicht auf: Auf Warnschildern an den Aufstiegsrouten zur Zugspitze ist z.B. die Telefonnummer für wichtige Infos zu Schneefeldsprengungen zugeklebt. Und das nur wenige Monate, nachdem das Schild erneut mühsam freigekratzt wurde. Ey, hier geht’s um eure eigene Sicherheit!»
Massen von Aufklebern mühsam abgekratzt
Die Restaurierung des 4,88 Meter hohen und 300 Kilogramm schweren Kreuzes war im vergangenen Jahr notwendig geworden, um Massen solcher Aufkleber zu entfernen. Eine Kunstschmiedin hatte sie in ihrer Werkstatt in Eschenlohe mühsam entfernt und das Kreuz dann komplett wieder zum Strahlen gebracht. Die Kosten für die gut 14-tägigen handwerklichen Arbeiten trug die Zugspitzbahn.
Wer unbedingt Sticker anbringen wolle, solle das Indoor-Gipfelkreuz nutzen, rät die Zugspitzbahn. Sie hatte auf diesen stark zunehmenden Trend reagiert, indem sie dieses Zweitkreuz im Sommer 2025 an der Bergstation aufstellen liess. Dort sollten und dürften Touristen Aufkleber anbringen, Selfies machen und könnten dabei ein sicheres Gefühl haben.
Meldefrist bis 31. August 2026
Dies hat bisher auch gut funktioniert und das Original blieb verschont, wie eine Sprecherin der Zugspitzbahn auf Anfrage am Mittwoch sagte. Allerdings habe sich die Situation in kürzester Zeit verändert, da kürzlich eben Sticker am Original aufgeklebt worden seien.
In der Vergangenheit habe man immer wieder über die Situation aufgeklärt und auf die Probleme hingewiesen. «Nun möchten wir einmal deutlich machen, dass es Konsequenzen hat, wenn weiterhin am Original-Gipfelkreuz geklebt wird. Wir hoffen darauf, dass sich die Verantwortlichen melden und möchten hier eine Chance geben.» Als Frist wurde den beiden Personen der 31. August gesetzt.
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