Nach Gewalttat in Schongau: Kirchengemeinde stellt Hoffnungsbaum auf
Zwei schwer verletzte Mädchen, viele weitere Menschen in Angst und Schrecken: Der mutmassliche Amoklauf im oberbayerischen Schongau hat am Mittwoch Entsetzen ausgelöst. Die örtliche katholische Gemeinde reagiert.
(KNA) Nach der Gewalttat an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau bietet die örtliche katholische Pfarreiengemeinschaft eine Anlaufstelle für trauernde Menschen. «Wir haben einen ‹Wunschbaum der Hoffnung› in der Kirche aufgestellt», sagte Pfarrreferentin Agnes Harsch am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). An diesem Baum könne man tröstende Worte, Gedanken und Wünsche aufhängen, erklärte Harsch. Ausserdem liege ein Gebet aus, mit Bitten an Gott um Zuspruch und Gemeinschaft.
Mutmasslicher Amoklauf
Am Mittwoch hatte nach bisherigen Erkenntnissen ein 16 Jahre alter ehemaliger Schüler des Schongauer Welfen-Gymnasiums dort einen mutmasslichen Amoklauf begangen. Der Jugendliche soll Schuss- und Stichwaffen bei sich getragen und zwei Mädchen schwer verletzt haben.
Es heisst, der Angreifer habe in einem psychischen Ausnahmezustand gehandelt. Der Tatverdächtige wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.
Am Mittwoch waren in der katholischen Pfarreiengemeinschaft eigentlich ein Bussgottesdienst und eine Firmprobe geplant, wie Agnes Harsch berichtete. «Den Bussgottesdienst haben wir abgesagt und stattdessen eine Andacht für die Betroffenen abgehalten.» Es seien nicht alle, aber doch viele der Firmlinge gekommen, dazu weitere Menschen, die das Bedürfnis gehabt hätten, an diesem Tag in die Kirche zu gehen. Etwa 50 Menschen seien versammelt gewesen.
Kerzen als Hoffnungszeichen
«Wir haben sie dazu eingeladen, Kerzen anzuzünden für Menschen, die ihnen wichtig sind, für die Ersthelfer, die Schulgemeinschaft, die Familien; und als Zeichen der Hoffnung, als Zeichen dafür, dass Gott zu jedem Einzelnen sagt: ‹Ich bin bei dir›», so Harsch.
Von den Jugendlichen habe niemand Verletzte gesehen, sie hätten das Unglück nicht direkt erlebt. Aber manche hätten zum Beispiel Geschwister gesucht und seien dadurch in Panik geraten. «Das waren Schockerlebnisse», sagte Harsch. Sie habe den jungen Leuten gesagt, sie seien jetzt in Sicherheit, ergänzte die Pfarrreferentin. Und dass die Schule jetzt wohl so sicher sei wie nie zuvor. Geraten habe sie ihnen, sich Vertraute zu suchen und das Erlebte mit ihnen zu besprechen.
«Nur das Reden hilft», betonte Harsch. Manche benötigten viel Zeit zur Heilung. «Und für sie ist Folgendes wichtig: Man darf auch traurig sein.» Gleichwohl habe man am Mittwochabend in der Kirche noch ganz kurz in die eigentlich vorgesehene Firmprobe übergeleitet. «Damit man merkt: Das normale Leben kann weitergehen.» Das sei für die versammelte Gemeinde genau der richtige Ansatz gewesen.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




