Medienspiegel

«Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen»

Nationaler Flüchtlingstag am Sonntag.

Am dritten Wochenende im Juni finden in der Schweiz die Flüchtlingstage statt. Dazu gehört auch der Flüchtlingssonntag der Caritas. Diese Organisation ist ein Hilfswerk der katholischen Kirche. Caritas Schweiz setzt sich auf vielfältige Weise für Asylsuchende und Geflüchtete in der Schweiz ein, damit Menschen auf der Flucht Schutz und Perspektiven erhalten. Das Hilfswerk besteht in der Schweiz aus 16 unabhängigen regionalen Caritas-Organisationen, die einige Projekte mit Caritas Schweiz umsetzen. Der Schweizer Hauptsitz befindet sich in Luzern, die Walliser Regionalstelle ist in Sitten. Sie bietet nicht nur Rechtsberatung, sondern engagiert sich auch für eine würdevolle Betreuung und menschenwürdige Unterbringung. Die Kollekte an diesem Sonntag trägt dazu bei, dass die Caritas ihre Aufgaben in der Flüchtlingshilfe erfüllen kann.

Der Gottesdienst an diesem Sonntag steht unter dem Motto «Menschlich bleiben, Geflüchtete schützen». Menschlich bleiben heisst, diesen Menschen mit Respekt zu begegnen. Geflüchtete zu schützen bedeutet, ihnen Sicherheit, Würde und faire Chancen zu ermöglichen.

Fest der Kulturen

Der diesjährige 21. Juni erinnert daran, dass hinter jeder Flucht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht. Jeder Mensch, der aufgrund von Verfolgung, Krieg oder Gewalt flüchten muss, braucht Schutz. Das ist Ausdruck unserer Menschlichkeit. In einer Zeit, in der die Asyldebatte mehr Distanz als Dialog schafft, braucht es Gegengewichte. Orte der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Bereicherung. Orte, an denen eine andere Geschichte erzählt wird. Eine Geschichte von Menschlichkeit und von einem starken Miteinander. Genau dafür steht der nationale Tag des Flüchtlings schon seit vielen Jahren. Eine Möglichkeit zur Begegnung bietet morgen Samstag ab 15.00 Uhr auf dem Kaufplatz in Visp das Fest der Kulturen. Seit mehr als 35 Jahren ist dieses Fest ein Tag der Begegnung zwischen Menschen aus verschiedenen Ursprungsländern und der Oberwalliser Bevölkerung. Indem gemeinsam gekocht, gegessen und den kulturellen Darbietungen zugeschaut und zugehört wird, bietet das Fest der Kulturen Platz für Austausch, Kennenlernen und Geniessen. Das Fest der Kulturen ist mittlerweile kaum mehr aus der Visper Agenda wegzudenken. Während der langen Vorbereitungszeit, am Tag des Festes selbst sowie nach dem Fest sind zahlreiche Menschen unterschiedlicher Herkunft im Einsatz. Nur dank dieser Hilfe kann das Fest jedes Jahr reibungslos über die Bühne gehen. Folgende Länder werden mit Essensständen vor Ort sein: Irak, Peru, Kurdistan, Kosovo, Ukraine, Kroatien, Eritrea und die Schweiz. Die Organisation dieses Festes liegt in den Händen von «Forum Migration Oberwallis».

Caritas

Die Organisation der katholischen Kirche, die «Caritas» vereint 162 unabhängige nationale Organisationen in über 200 Ländern und Gebieten, von denen jede auf ihre jeweiligen lokalen Gegebenheiten eingeht und gleichzeitig Teil eines einzigartigen Netzwerks ist, das Nothilfe leistet, die langfristige Entwicklung fördert und sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Geleitet von der katholischen Soziallehre und inspiriert vom Evangelium arbeitet die Caritas mit Menschen zusammen, die mit Armut, Ausgrenzung, Konflikten und den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert sind. Es geht nicht nur darum, zu reagieren, wenn Krisen auftreten. Die Helfer dieser Organisation bleiben vor Ort, hören zu und handeln, indem sie den Gemeinschaften helfen, ihre dringenden Bedürfnisse zu decken und ihre Zukunft wieder aufzubauen. Gemeinsam bilden sie eine Gemeinschaft der Hoffnung.

Sie arbeiten mit Menschen aller Konfessionen und Glaubensrichtungen zusammen und lassen sich stets von humanitären Grundsätzen leiten. Ihre Unterstützung richtet sich ausschliesslich nach den Bedürfnissen und erfolgt ohne jegliche Diskriminierung. Im Rahmen des Auftrags der Kirche fördert Caritas die ganzheitliche menschliche Entwicklung und die Bewahrung der Schöpfung. Konkret bedeutet dies, Menschen, die in Armut oder Ausgrenzung leben, zu dienen, zu begleiten und für sie einzutreten und gleichzeitig unser gemeinsames Haus zu schützen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Caritas handeln mit Mitgefühl, arbeiten professionell in vielfältigen kulturellen Kontexten und kooperieren stets untereinander sowie mit den Menschen, denen sie dienen.

Paul Martone ist Medienverantwortlicher für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten.

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Quelle: Walliser Bote
19. Juni 2026 | 11:16