Schweizer Piusbrüder unter sich: Zweiter von links ist Pascal Schreiber, der frühere Schweizer Distriktobere; zweiter von rechts ist Thibaud Favre, der derzeitige Distriktobere.
Schweiz

Auch ein Schweizer ist unter den vier Piusbrüdern, die man zum Bischof weiht

Bald sind sie Oberhirten – aber wohl bald auch exkommuniziert: Anfang Juli sollen vier Piusbrüder zum Bischof geweiht werden. Doch der Vatikan sagt Nein. Biografisches über vier Männer, bei denen Gehorsam eigentlich weit oben auf der Agenda steht.

Alexander Brüggemann

(KNA) Die traditionalistische Priesterbruderschaft Sankt Pius X. hat jüngst die Namen der vier Kandidaten zur Bischofsweihe mitgeteilt. Sie sollen am 1. Juli in Écône im Wallis zu Bischöfen geweiht werden. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) stellt die vier vor – gemäss den biografischen Angaben der Piusbrüder. Darunter ist auch ein Schweizer. Hier die Biografien:

Pascal Schreiber (53), Schweiz

Schreiber wurde in eine katholische Familie mit fünf Kindern im Kanton Aargau geboren. 1992 trat er ins Priesterseminar der Piusbrüder im Bayerischen Zaitzkofen ein. Sein Studium setzte er in Écône im Wallis fort, wo er Sommer 1998 zum Priester geweiht wurde.

Nach fünf Jahren als Priester in Deutschland und der Westschweiz übernahm er 2003 die Leitung einer Jungenschule in Mels in der Deutschschweiz und 2005 einer Mädchenschule in Wil.

2014 wurde Schreiber an den Distriktsitz Schweiz der Bruderschaft berufen, nach Rickenbach. Dort war er zunächst zwei Jahre lang Ökonom, danach Distriktoberer. Seit August 2020 leitet er das Seminar in Zaitzkofen, wo er rund 50 angehende Priester und Brüder aus 16 Ländern ausgebildet werden. Schreiber spricht Deutsch und Französisch und hat Englischkenntnisse.

Michael Goldade (45), US-Amerikaner

Goldade stammt aus North Dakota und wuchs in St. Marys, Kansas auf. Er stammt aus einer katholischen Familie mit zehn Kindern – von denen auch drei Schwestern der Priesterbruderschaft angehören. Mit 18 Jahren trat Goldade in das Priesterseminar von Winona/Minnesota ein, wo er 2004 geweiht wurde. Nach fünf Jahren in Armada/Michigan leitete er ab 2009 das Exerzitienhaus in Ridgefield.

2014 wurde Goldade Prior in Kansas City mit Pfarrei, Schule und Betreuung einer Ordensgemeinschaft. Seit 2021 war er zusätzlich Assistent des Distriktoberen. Im Sommer 2023 übernahm er die Leitung Direktor des Priesterseminars in Virginia; seither betreut er die Ausbildung von rund 100 Seminaristen. Goldade spricht Englisch und Französisch und hat Grundkenntnisse in Spanisch.

Michel Poinsinet de Sivry (42), Franzose

Poinsinet de Sivry stammt einer katholischen französischen Familie mit sieben Kindern. Seine Priesterausbildung absolvierte er in Flavigny in Burgund und in Écône im Wallis, wo er 2008 geweiht wurde.

Nach einem Schuldienst in Südfrankreich wurde er 2011 für fünf Jahre Leiter einer Pariser Grundschule und arbeitete parallel als Vorstadtseelsorger.

Ab 2016 folgten sechs Jahre Schulleitung eines Lycée-Collège bei Arras. 2022 wurde Poinsinet de Sivry zum Distriktoberen für Benelux ernannt wurde. Neben Französisch spricht er auch Englisch und lernt weiter Deutsch und Niederländisch.

Marc Hanappier (Jg. 1990), Franzose

Der jüngste der vier Weihekandidaten wurde 1990 in eine katholische Familie mit zehn Kindern geboren, wovon vier einer geistlichen Berufung folgten. Wie Michel Poinsinet de Sivry wurde er in Flavigny und Écône ausgebildet und empfing 2013 die Priesterweihe. Er begann seinen Dienst in Frankreich im Schulwesen, in der Nähe von Bitsch im Mosel-Departement und nahe Châteauroux im zentralfranzösischen Berry.

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2020 wurde Hanappier Dozent am Priesterseminar in Dillwyn/Virginia. Zur Vorbereitung vertiefte er in Schottland seine Englischkenntnisse und wirkte dort in der Gemeindearbeit mit. Er unterrichtet hauptsächlich Metaphysik und Dogmatik und versieht am Wochenende Gottesdienste. Hanappier spricht Französisch und Englisch, hat zusätzlich Deutsch und Spanisch gelernt.


Schweizer Piusbrüder unter sich: Zweiter von links ist Pascal Schreiber, der frühere Schweizer Distriktobere; zweiter von rechts ist Thibaud Favre, der derzeitige Distriktobere. | © zVg
30. Mai 2026 | 14:00
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