Caritas Schweiz sammelte 1,6 Millionen Franken für die Bergsturzopfer von Blatten
In der Schweiz ist im vergangenen Jahr viel Geld gespendet worden für die Bevölkerung in Blatten. Nach dem Bergsturz, der sich am am 28. Mai jährt, gingen von verschiedenen Organisationen grosse Spendenbeiträge ein. Insgesamt wurden 42,6 Millionen Franken gespendet – darunter 1,6 Millionen von der Caritas Schweiz. Darüberhinaus hat die Gemeinde Blatten ihrerseits weitere 30 Millionen Franken an Direktspenden erhalten.
Wolfgang Holz
Noch liegt das Walliser Dorf Blatten unter Schlamm und Geröll nach dem furchtbaren Bergsturz vom 28. Mai 2025 begraben. Andererseits hat diese Naturkatastrophe ein riesige Welle an menschlicher Solidarität in der Schweiz freigesetzt.
«Ein Jahr nach dem Bergsturz, der das Dorf Blatten verwüstet hat, zeigt sich: Die Solidarität aus der ganzen Schweiz wurde zu konkreter Hilfe», wie die Staatskanzlei des Kanton Wallis schreibt. Dank enger Zusammenarbeit zwischen Behörden und Hilfsorganisationen sei ein Grossteil der gesammelten Mittel bereits eingesetzt worden, um den Betroffenen den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern.
Die Spendenbereitschaft der Schweiz, in Zahlen ausgedrückt, liest sich wie folgt: Die Glückskette sammelte zugunsten der 300 Einwohnerinnen und Einwohner von Blatten 23 Millionen Franken. Die Caritas Schweiz mobilisierte 1,6 Millionen Franken, das Schweizerische Rote Kreuz drei Millionen Franken. Der Kanton Wallis stellte für die Bergsturzopfer zehn Millionen Franken bereit. Der Bund sprach zusätzlich fünf Millionen Franken an ausserordentlicher Unterstützung.
Vor einem Jahr stürzte der Berg aufs Dorf
Blicken wir kurz zurück: Am 28. Mai 2025 führte der verheerende Abbruch des Birchgletschers in der Gemeinde Blatten zur fast vollständigen Zerstörung des Dorfes. Innerhalb weniger Minuten wurden mehr als 130 Wohnhäuser, persönliche Besitztümer, kleine Unternehmen, Vereine sowie die Erinnerungen mehrerer Generationen zerstört. Die Katastrophe forderte zudem ein Menschenleben. Angesichts dieses tragischen Ereignisses zeigte sich in der ganzen Schweiz eine beeindruckende Solidarität.
Bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe konnte allen evakuierten Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes eine direkte pauschale Nothilfe ausbezahlt werden, um die dringendsten Bedürfnisse zu decken. Insgesamt wurden in dieser ersten Phase mehr als 600’000 Franken verteilt. Finanziert wurde diese Soforthilfe gemeinsam von Caritas Schweiz, der Glückskette und dem Schweizerischen Roten Kreuz.
«Nach der Nothilfe konzentrierte sich die Unterstützung auf die mittel- und langfristigen Folgen der Katastrophe. Diese Hilfe wird nach dem Subsidiaritätsprinzip geleistet», so der Kanton Wallis, und ergänze Leistungen von Versicherungen, Behörden und bestehenden Unterstützungsmechanismen, um nicht gedeckte Bedürfnisse aufzufangen. Bis heute habe die Spendenkommission bereits 111 Gesuche behandelt und knapp acht Millionen Franken an Unterstützung zugesprochen.
Entschädigung von Bauland
Um die finanziellen Folgen abzufedern, hat die Spendenkommission mit Unterstützung des Bundes und der Glückskette einen ausserordentlichen Mechanismus zur Entschädigung von Bauland geschaffen. Insgesamt stellt die Glückskette dafür 15 Millionen Franken bereit, der Bund beteiligt sich mit weiteren vier Millionen Franken.
Derzeit konnten bereits rund 75 Prozent der Spendenmittel der Glückskette (18 Millionen Franken), von Caritas Schweiz (894’000 Franken) und des Schweizerischen Roten Kreuzes (980’000 Franken) zugunsten der Betroffenen eingesetzt werden. Darüber hinaus wurden vier Millionen Franken der Bundesmittel für die Entschädigung der Grundstücke verwendet. Weitere drei Millionen Franken aus kantonalen Mitteln sowie 500’000 Franken aus Bundesmitteln wurden zur Bearbeitung der bei der Spendenkommission eingegangenen Gesuche eingesetzt.
Die Gemeinde Blatten hat ihrerseits 29,9 Millionen Franken an Spenden erhalten, die sie gemäss dem Spenderwillen zugunsten der Zukunft des Dorfes und seiner Bevölkerung einsetzen will, wie der Kanton Wallis schreibt.
Auch eine neue Kirche soll gebaut werden
Beim Bergsturz von Blatten, von dessen Bevölkerung die allermeisten katholisch sind, wurde auch das Gebäude der Pfarrkirche komplett zerstört – inklusive Pfarreisaal, den Dorfvereine und Private für ihre Feste mieten konnten und den der Gemeinde für Versammlungen zur Verfügung gestellt wurde.
Aus Sicht der Menschen von Blatten gehört deshalb künftig auch eine Kirche ins neue Dorf. «Unsere Idee ist, dass die Kirche im künftigen Dorfzentrum errichtet wird, in der Nähe anderer öffentlicher Bauten», sagte der Kirchenratspräsident Hans-Anton Ebener im Februar gegenüber kath.ch. Geplant sei zudem ein Multifunktionssaal, der sowohl für Pfarreianlässe als auch für Veranstaltungen anderer Art genutzt werden kann. Vieles sei indes noch offen. Weder gebe es ein konkretes Bauprojekt, noch wisse man, so Ebener, an welchem Standort das Gotteshaus errichtet werden könne.
Ebener zeigt sich indes zuversichtlich: «Vielleicht können wir mit dem Bau der Kirche 2028 beginnen, und sonst 2029. Der Wunsch ist, dass die neue Kirche schon 2030 geweiht werden kann.»
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