Kurienkardinal Pietro Parolin
Vatikan

Chefdiplomat Parolin mahnt Trump und Israel wegen Iran-Krieg

Überraschend deutlich äussert sich der Chefdiplomat des Vatikans zur angespannten Lage im Nahen Osten. Nebenbei plaudert er über seine Arbeit mit Papst Leo XIV.

Ludwig Ring-Eifel

(CIC) Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat gefordert, den Konflikt im Nahen Osten zu beenden und eine weitere Eskalation zu verhindern. Parolin würde den USA und Israel raten, «so schnell wie möglich damit aufzuhören, denn die Gefahr einer Eskalation steht wirklich vor der Tür», berichten Vatikanmedien. Zudem müsse der Libanon in Ruhe gelassen werden. Der Chefdiplomat des Vatikans äusserte sich jüngst am Rande einer Buchvorstellung in Rom.

«Papst Leo hört viel zu und es herrscht ein gutes Verhältnis.»

Neben aussenpolitischen Themen skizzierte Parolin auch seine Zusammenarbeit mit Papst Leo XIV. «Es ist sehr einfach», sagte er über die gemeinsame Arbeit, «es gibt einen guten Dialog, einen schönen Austausch. Er hört viel zu und es herrscht ein gutes Verhältnis.»

Anderer Stil im neuen Pontifikat

Parolin äusserte sich ferner zum Stil von Papst Leo. Dessen Wortmeldungen seien «in Ton und Inhalt stets massvoll, in einer Zeit, in der Recht hat, wer am lautesten und am häufigsten schreit, ohne seine Aussagen zu begründen». Der Vergleich von Leo mit dem «stärkeren, direkteren und prägnanteren Stil von Papst Franziskus» zeige, dass jeder Papst sein Amt anders ausübe.

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«Alle haben das Erbe ihrer Vorgänger aufgegriffen und ihren eigenen Dienst an der Kirche weiterentwickelt. Auf diese Weise entsteht Kontinuität», so Parolin, der bereits seit 2013 Kardinalstaatssekretär und damit die Nummer zwei im Vatikan ist.


Kurienkardinal Pietro Parolin | © Oliver Sittel
22. März 2026 | 16:00
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