Seelsorgerin Claudia Nuber bei einer Initiative in der Corona-Zeit vor der Hofkirche Luzern, April 2020
Schweiz

Claudia Nuber hat Leitungsstelle in Luzerner Hofkirche gekündigt

Claudia Nuber leitet als erste Frau die Luzerner Pfarrei St. Leodegar. Nun hat sie ihre Kündigung eingereicht und wird Ende August die Pfarrei verlassen. Wo sie künftig arbeiten wird, ist noch offen.

Jacqueline Straub

Im August 2023 übernahm Claudia Nuber als erste Frau die Leitung der Stadtluzerner Pfarrei St. Leodegar im Hof. Zuvor war Ruedi Beck seit 2016 als leitender Priester in diesem Amt tätig. Er hatte 2023 als Pfarrer demissioniert, war aber weiterhin als Priester in der Hofpfarrei tätig.

Noch bis Ende August in Luzern

Doch: Bereits im November 2025 wurde bekannt, dass Ruedi Beck die Luzerner Pfarrei per August 2026 verlassen wird. Nun hat auch die 51-jährige Claudia Nuber per Ende August gekündigt.

Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, soll es kritische Stimmen gegenüber Claudia Nuber gegeben haben. Diese haben die Seelsorgerin zwar nicht kalt gelassen, waren aber nicht Grund zur Kündigung. Auch zitiert die Zeitung den Pastoralraumleiter Thomas Lang, der innere Konflikte für den Weggang von Beck und Nuber dementiert. Im Bistum Basel ist es normal, dass Seelsorgende nach etwa zehn Jahre die Pfarrei wechseln. Bei beiden trifft das zu: Ruedi Beck war zehn Jahre in der Hofkirche, Claudia Nuber neun.

Pfarrer Ruedi Beck ist Co-Leiter des Reuss-Instituts.
Pfarrer Ruedi Beck ist Co-Leiter des Reuss-Instituts.

Die Gründe für Nubers Kündigung sind wohl andere: «Anlass meiner Überlegungen ist die Kündigung von Ruedi Beck. Ich kann mir schwer vorstellen, dass sich eine Leitungsperson findet, mit der die Zusammenarbeit weiterhin so einfach und gut funktioniert», sagt Claudia Nuber gegenüber kath.ch. «Auch ist es ein gutes Gefühl, eine Pfarrei mit einem harmonisierenden und gut aufgestellten Team zu hinterlassen. So gesehen ist es ein passender Zeitpunkt, mich ebenfalls beruflich zu verändern.»

Viele Frauen in Luzern

Obwohl Claudia Nuber die erste Frau an der Spitze der traditionsreichen Hofkirche ist, fühlt sie sich nicht als Revolutionärin, wie sie gegenüber SRF im Jahr 2023 sagte. Schon heute gibt es viele Frauen, die in der Katholischen Kirche Stadt Luzern leitende Funktionen haben. «Mit der demnächst noch offenen Stelle der Pastoralraumleitung, Pfarreileitung St.Anton/Michael und St. Leodegar wünsche ich mir sicher eine Frau in einer der Leitungsfunktionen», sagt Claudia Nuber gegenüber kath.ch.

Hofkirche St. Leodegar in Luzern mit Schweizer Fahne.
Hofkirche St. Leodegar in Luzern mit Schweizer Fahne.

Für die Pfarrei St. Leodegar wünscht sie sich aber «vor allem eine Leitung, die mit Freude und Wertschätzung der ganzen Pfarrei in ihrer Vielfalt begegnet und deren Heterogenität fördert – im Zusammenspiel mit dem ganzen Pastoralraum». Diese Fähigkeiten sind der Seelsorgerin wichtiger als die Geschlechterzugehörigkeit.

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Wie es für sie beruflich nun weitergeht, weiss sie noch nicht. «Ich weiss jedoch, dass ich gerne wieder im kirchlichen Dienst arbeiten will», so die Seelsorgerin. Entweder findet sie bereits im Sommer eine neue Aufgabe, «ansonsten nach einer Auszeit».


Seelsorgerin Claudia Nuber bei einer Initiative in der Corona-Zeit vor der Hofkirche Luzern, April 2020 | © Sylvia Stam
13. Januar 2026 | 16:00
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