Amokfahrer von Mannheim zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt
Ein Amokfahrer tötete am Rosenmontag in der Mannheimer Fussgängerzone eine 83-jährige Frau und einen 54-jährigen Mann, 14 Personen wurden verletzt. Nun wurde der Fahrer verurteilt. Er kommt in die Psychiatrie.
(KNA) Knapp zehn Monate nach der Amokfahrt in der Mannheimer Innenstadt ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Mannheimer Landgericht sprach ihn am Donnerstag schuldig, unter anderem wegen zweifachen Mordes und sechsfachen versuchten Mordes, wie Gerichtssprecher Joachim Bock auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte. Der Verurteilte werde in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.
Bei der Todesfahrt in der Mannheimer Fussgängerzone waren am Rosenmontag eine 83-jährige Frau und ein 54-jähriger Mann getötet sowie 14 Personen teils schwer verletzt worden. Bei dem verurteilten Täter handelt es sich um einen zur Tatzeit 40-jährigen Deutschen, der in Ludwigshafen wohnte.
«Horror am helllichten Tag»
Er war am 3. März mit einem schwarzen Kleinwagen durch die Mannheimer Fussgängerzone gerast. Ein Taxifahrer konnte ihn stoppen, indem er ihm den Weg versperrte. Die Polizei nahm den Todesfahrer fest.
Die Tat löste bundesweit Entsetzen aus. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von «Horror am helllichten Tag». Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte kurz nach dem schrecklichen Vorfall mitgeteilt, dass davon auszugehen sei, «dass bei dem Tatverdächtigen seit vielen Jahren eine psychische Erkrankung vorliegt».
Ähnlichkeiten mit Trierer Amokfahrt
Der Vorfall erinnerte an die Amokfahrt in der Trierer Innenstadt vor fünf Jahren. Am 1. Dezember 2020 fuhr ein Mann mit einem Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit durch die Trierer Fussgängerzone und steuerte dabei gezielt Passanten an. Fünf Menschen starben unmittelbar, zwei weitere im Nachgang der Tat. Die Verurteilung des Trierer Fahrers – ebenfalls zu lebenslanger Freiheitsstrafe – ist inzwischen rechtskräftig. Heute erinnert ein Mahnmal an die Tat, und die Stadt setzte ein «Urbanes Sicherheitskonzept» mit Pollern um.
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