Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie, Universität Osnabrück
International

Theologin: Bericht zu Frauendiakonat «kein Stoppschild, sondern Ermutigung zum Weiterdenken»

Reaktion aus der Theologie in Deutschland: Margit Eckholt nennt vatikanisches Papier einen «ersten Schritt» und keinen Ausschluss des Frauendiakonats. Welche Erwartungen sie an Rom richtet.

(KNA) Die Theologin Margit Eckholt erkennt in dem Abschlussbericht der vatikanischen Theologenkommission zur Möglichkeit der Weihe von Frauen kein Nein zum Diakonat der Frau, sondern einen «ersten Schritt» in diese Richtung. Im Interview mit dem Portal katholisch.de sagte sie jüngst: «Der Text selbst ist aus meiner Sicht kein Stoppschild, sondern eher eine Ermutigung, weiterzudenken und weiterzuarbeiten.»

Der Text sei bemerkenswert, weil er darstelle, welche Themen differenziert besprochen wurden, und konkrete Abstimmungsergebnisse innerhalb der Kommission vorlege. Die Tendenz des Textes zeige, «dass wir es weiterhin mit einer offenen theologischen Frage zu tun haben, zu der weitergearbeitet werden muss».

Neuerliche Beratungen?

Eckholt hat selbst zu diesem Thema gearbeitet und ein Papier des deutschen Reformprozesses Synodaler Weg dazu mitgeschrieben. Sie bestätigt, dass das Thema schon vielfach erörtert wurde.

Sie betont aber: «Das Dokument ist insofern auf dem Stand der aktuellen Debatten, als dass es im Grunde zwei unterschiedliche Perspektiven gibt: das Diakoninnenamt als eine der drei Weihestufen oder als sakramentales Amt ‘zum Dienst’, abgekoppelt vom dreistufigen Weiheamt. Hier legt das Dokument offene amtstheologische Fragen vor – ohne selbst Antworten zu liefern.»

Sakramentale Qualität des Diakonenamtes?

Eckholt sagte, sie hoffe, dass Rom eine vertiefte theologische Arbeit anstosse. Es gelte, zu reflektieren, «worin die sakramentale Qualität des Diakonenamtes liegt und was das überhaupt mit geschlechteranthropologischen Fragen zu tun hat. Nur so kann man auf Dauer aus der in unserer Zeit nicht mehr stimmigen geschlechtlichen Fixierung und Exklusion mit Blick auf die Weihe herauskommen.»

Die Dogmatikerin erklärte ausserdem, sie wünsche sich von Papst Leo XIV., dass weitere theologische Reflexionen synodal und offen gestaltet würden und Frauen aus aller Welt einbezogen würden, vor allem solche, die «bereits diakonisch tätig sind und dies aus einer diakonischen Berufung tun».

Anzeige ↓ Anzeige ↑

Im dem am Donnerstag vom vatikanischen Presseamt veröffentlichten Abschlussbericht der Theologenkommission zur Möglichkeit einer Zulassung von Frauen zu Weiheämtern in der katholischen Kirche heisst es, dass die Frage der Diakoninnenweihe «offen für weitere theologische und pastorale Vertiefungen» bleibe.

Die Entscheidung müsse auf Ebene des Lehramtes fallen. Gleichzeitig betonte die Kommission, dass Frauen nach derzeitigem Stand nicht zur Diakonenweihe zugelassen werden könnten. Die aus zehn Mitgliedern bestehende Diakonats-Kommission war noch von Papst Franziskus eingesetzt worden.


Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie, Universität Osnabrück | © Universität Osnabrück / Elena Scholz
10. Dezember 2025 | 15:00
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!