Die Schweizer Bischofskonferenz mit dem neuen Abt von Saint-Maurice, Alexandre Ineichen (2.v.r.), 2025
Schweiz

Schweizer Bischofskonferenz empfängt neuen Abt von Saint-Maurice

Die Schweizer Bischöfe besuchten an ihrer Versammlung im Wallis nicht nur das Lötschental. Sie begrüssten auch Abt Alexandre Ineichen von Saint-Maurice und übergaben ihm einige Aufgaben. Und sie fällten Entscheide bezüglich des Sterbesegens, des Schöpfungstags und der Genugtuung von Missbrauchsbetroffenen.

(rp) Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) eröffnete ihre 350. Ordentliche Versammlung (OV) mit einem Gespräch über «Förderung des Friedens». Dies wollen die die SBK-Mitglieder an den kommenden Versammlungen weiterführen, heisst es in der Mitteilung.  

Die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte hiessen bei ihrem dreitätigen Treffen in Visp (1.-3. Dezember) dendesignierten Abt der Territorialabtei St-Maurice Alexandre Ineichen CRSM herzlich willkommen und nahmen ihn «in ihrem Kreis brüderlich auf».

Alexandre Ineichen
Alexandre Ineichen

Ineichen ist Nachfolger von Jean César Scarcella. Dieser war im Juni nach der Publikation eines Berichts über Missbrauch im Umfeld der Abtei zurückgetreten. 

Aufgaben in Liturgie und zwecks Missio Schweiz

Ineichen wurden auch gleich einige Aufgaben innerhalb der SBK zugeteilt. Er ist neu Hauptverantwortlicher des Bereichs Liturgie im französischen Sprachgebiet sowie des Hilfswerks Missio Schweiz. Mitverantwortung trägt er fortan auch für den Bereich Liturgie auf internationaler Ebene sowie für die Orden und Kongregationen. Diese Posten waren vorher vakant.

Manuale für Sterbesegen

Weiter gab die SBK grünes Licht für ein viersprachiges Manuale der Liturgischen Kommission der Schweiz zum Sterbesegen. Dieses ist von der Liturgischen Kommission der Schweiz (LKS) entwickelt worden – als Reaktion auf veränderte Begleitsituationen am Lebensende, wie es in der Mitteilung heisst.

Das Manuale umfasst Grund- und Kurzformen, Varianten für Kinder und Menschen mit Demenz sowie eine pastorale Einführung in den Sterbesegen. Voraussichtlich im Februar 2026 wird dazu ein mehrsprachiges Büchlein erscheinen.

Neues «Fest der Schöpfung in Christus»

Die SBK reagierte auch auf den weltweiten Vorschlag, den «Tag der Schöpfung» als «Fest der Schöpfung in Christus» zu verankern. Angesichts der gegenwärtigen Klimaveränderungen und der päpstlichen Ermutigungen gebe es hierzu pastoralen Handlungsbedarf, liessen die SBK-Mitglieder verlauten. Sie wollen aber keinen «Sonntag der Schöpfung» einführen, sondern empfehlen für eine solche Feier den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag.  

Pfarreien könnten dabei das neue Messformular «Missa pro custodia creationis» verwenden, heisst es. Das neue Messformular ist eine «Messe in besonderen Anliegen», ist bei «Vatican News» nachzulesen. Es kann an Werktagen verwendet werden, an denen keine anderen liturgischen Vorgaben bestehen. Es enthält Gebete und Lesungstexte, die sich auf das Thema der Schöpfung beziehen. 

Anzeige ↓ Anzeige ↑

Die Bischöfe und Territorialäbte ordneten an ihrer Versammlung zudem an, dass anlässlich des 10-Jahre-Jubiläums der päpstlichen Enzyklika «Laudato si» und des 40. Geburtstags des Schweizer Vereins «Oeku – Kirchen für die Umwelt» am 4. Oktober 2026 eine einmalige Sonderkollekte zugunsten kirchlicher Umweltprojekte durchgeführt wird. Zudem möchte die SBK Initiativen zur Klimaneutralität kirchlicher Einrichtungen fördern.

Mehr Geld für Missbrauchsbetroffene

Im laufenden Jahr hat die Kommission Genugtuung bis jetzt eine Summe von insgesamt 360’000 Franken ausbezahlt. Genugtuungsbeiträge gehen an Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche.

Um solche Beiträge weiterhin auszahlen zu können, hat die SBK eine Nachalimentierung des Genugtuungsfonds über 300’000 Franken beschlossen. Es ist die zehnte Nachalimentierung.


Die Schweizer Bischofskonferenz mit dem neuen Abt von Saint-Maurice, Alexandre Ineichen (2.v.r.), 2025 | © SBK
4. Dezember 2025 | 15:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!