Papst Leo XIV. streichelt ein Baby bei der Messe zum Heilig-Jahr-Treffen für Familien, Kinder, Grosseltern und ältere Menschen, 1. Juni 2025.
Vatikan

Papst will Sexuallehre der Kirche nicht ändern

Unter Papst Franziskus wurde die kirchliche Segnung von Homosexuellen erlaubt. Seither streiten Katholiken darüber. Nun hat sich Leo XIV. gegen feierliche Segnungen ausgesprochen und die traditionelle Ehe und Familie betont. Eine Einordung.

Ludwig Ring-Eifel und Alexander Brüggemann

(KNA) Papst Leo XIV. hat sich gegen eine Änderung der kirchlichen Sexuallehre und gegen kirchliche Segensfeiern für Homosexuelle ausgesprochen. In einem Interview mit dem US-Portal Crux sagte der Papst, er wolle wie sein Vorgänger Franziskus jeden Menschen unabhängig von seiner Identität willkommen heissen; die Lehre der Kirche zur Sexualität werde sich aber absehbar nicht ändern. Zudem warb Leo XIV. für die Erfahrung von traditioneller Familie.

Papst: Homopaare segnen verstösst gegen «Fiducia supplicans»

Die in Deutschland und anderen Ländern Europas eingeführte feierliche Segnung homosexueller Paare lehnt der neue Papst ab. Die in manchen Ländern «in Nordeuropa veröffentlichten Segensriutale für ‹Menschen, die einander lieben›» verstiessen «eindeutig gegen das von Papst Franziskus genehmigte Dokument Fiducia supplicans.»

In diesem Dokument hatte der Vatikan Ende 2023 die Segnung von Menschen in homosexuellen Partnerschaften erstmals überhaupt erlaubt. Zugleich betont das Dokument, dass es sich dabei nicht um feierliche Segnungen wie bei einer Ehe von Mann und Frau handeln dürfe.

Ein homosexuelles Paar wird im Gottesdienst gesegnet.
Ein homosexuelles Paar wird im Gottesdienst gesegnet.

Das Interview ist Teil eines Buches, das nun in Peru erscheinen soll. Die englischsprachige Online-Zeitung «Crux» veröffentlichte jüngst zentrale Aussagen des Papstes im Wortlaut.

Polarisierung nicht vorantreiben

Alle LGBTQ-Themen führten zu einer Polarisierung in der Kirche; dies wolle er nicht vorantreiben, so der Papst. Die traditionelle Familie aus Vater, Mutter und Kindern müsse wieder anerkannt und gestärkt werden, sie habe in den vergangenen Jahrzehnten «manchmal gelitten».

Er teile die Einschätzung aus anderen Erdteilen, dass westliche Gesellschaften derzeit zu sehr fixiert seien auf Fragen der sexuellen Identität.

Zur Homosexuellen-Segnung sagte der neue Papst, die Kernaussage des Dokuments laute: «Natürlich können wir alle Menschen segnen.» Zugleich betonte Leo XIV., das Dokument von Franziskus suche «nicht nach einem Weg, irgendeine Form des Segens zu ritualisieren, denn das entspricht nicht der Lehre der Kirche.»

«Vater-Mutter-Kinder-Familie ist Basis»

Leo kündigte an, er werde wie sein Vorgänger Franziskus weiter über den Wert der Familie sprechen, die «auf dem feierlichen Versprechen eines Mannes und einer Frau beruht, das im Sakrament der Ehe gesegnet wird.»

Die Familie sei «das Fundament» der Gesellschaft. «Wenn wir dieses Fundament wegnehmen, wird es sehr schwierig, auf anderen Wegen zu lernen, wie man einander liebt und respektiert.»

Tischgebet in der Familie.
Tischgebet in der Familie.

Mit Blick auf gleichgeschlechtlich liebende Paare bedeute dies «nicht, dass diese Leute schlechte Menschen sind.» Es sei «wichtig, Menschen zu akzeptieren, die anders sind als wir, und zu akzeptieren, dass sie in ihrem Leben Entscheidungen getroffen haben und dass wir sie respektieren».

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Papst Leo XIV. streichelt ein Baby bei der Messe zum Heilig-Jahr-Treffen für Familien, Kinder, Grosseltern und ältere Menschen, 1. Juni 2025. | © KNA
19. September 2025 | 14:00
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