Papst bestätigt Wiederwahl von Abt Urban Federer in Einsiedeln
Einsiedeln zählt zu den wichtigsten Barockklöstern Europas. Jährlich zieht es Hundertausende Pilger zu der Benediktinerabtei in der Schweiz. Die hat nun einen neuen alten Vorsteher: Abt Federer wurde wiedergewählt. Dies ist ein absolutes Novum: Denn erstmals wurde ein amtierender Abt für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.
(CIC/KAP) Papst Leo XIV. hat die Wiederwahl von Urban Federer als Abt des Schweizer Klosters Einsiedeln bestätigt. Das gab der Vatikan am Freitag bekannt.
Der 57-Jährige Benediktiner leitete die bekannte Barockabtei im Kanton Schwyz bereits die letzten zwölf Jahre. Rund 800’000 Menschen pilgern jedes Jahr zu dem Kloster mit der Figur einer Schwarzen Madonna. Zum Kloster Einsiedeln gehören auch die Propstei St. Gerold in Vorarlberg und das Benediktinerinnen-Kloster Fahr in einer Aargauer Enklave nahe Zürich.
Dankgottesdienst am 13. September
Die Wahl Federers durch die Klostergemeinschaft erfolgte bereits am 30. August. Am 13. September findet ein öffentlicher Dankgottesdienst in der Klosterkirche von Einsiedeln als Abschluss der Wahl statt.
«Wir Mönche freuen uns sehr über die Wiederwahl und den historischen Moment für unser Kloster Einsiedeln: Zum ersten Mal in seiner Geschichte wurde nämlich ein amtierender Abt für eine zweite Amtszeit wiedergewählt», ist auf der Homepage des Klosters Einsiedeln zu lesen.
Kandidat musste mindestens 35 Jahre alt sein
Jeder Mönch der Schweizer Benediktinerkongregation, der vor mindestens fünf Jahren die Ewige Profess abgelegt und das 70. Altersjahr noch nicht vollendet hat, war wählbar. Da das Kloster Einsiedeln eine Territorialabtei ist, musste der Kandidat zudem mindestens 35 Jahre alt und seit wenigstens fünf Jahren Priester sein.
In der Einsiedler Klostergemeinschaft erfüllen 15 Mitbrüder diese Kriterien, darunter auch Abt Urban, der nun eben für eine zweite Amtsdauer wiedergewählt wurde.
Der wiedergewählte Abt dankte am Freitag der Klostergemeinschaft für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er freue sich, das Kloster als Abt auf das 2034 bevorstehende Jubiläumsjahr zum 1100-jährigen Bestehen hin zu begleiten.
«Es gilt, die Tradition zu bewahren und zugleich mutig neue Wege zu beschreiten.»
«Aus starken Wurzeln wollen wir Zuversicht schöpfen und gemeinsam offenbleiben – für Pilgernde, für Menschen auf der Suche nach Orientierung und Hoffnung. Dabei gilt es, die Tradition zu bewahren und zugleich mutig neue Wege zu beschreiten», so Abt Federer.
Das im Jahr 934 gegründete Kloster Maria Einsiedeln zählt wie Wettingen-Mehrerau in Vorarlberg, das ungarische Pannonhalma oder das italienische Montecassino zu den sogenannten Territorialabteien. Diese haben einen ähnlichen Rang wie eine Diözese. Der jeweilige Abt von Einsiedeln ist damit auch Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz.
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