Sarina Geyer: «Am Minifest sehen die Kinder, dass sie Teil von etwas Grossem sind»
Am nächsten Sonntag findet auf dem Olma-Gelände in St. Gallen das nationale Minifest statt. Kinder aus der ganzen Schweiz werden dazu erwartet, die sich ansonsten als Ministrantinnen und Ministranten in den Gottesdiensten einbringen. Sarina Geyer vom OK des Minifests erklärt, was die Kinder alles erwartet.
Regula Pfeifer
Weshalb organisieren Sie für den Sonntag ein nationales Minifest in St. Gallen?
Sarina Geyer*: Das tun wir, um den Ministrantinnen und Ministranten in der Schweiz zu danken für die grossartige Arbeit, die sie machen. Und sie können den ganzen Tag erleben, das sie nicht die einzigen Minis in der Schweiz sind. Sie erleben, wie es ist, Teil eines Grossen zu sein und können mit Minis aus allen Ecken der Schweiz in Kontakt kommen.
«Mindestens 5600 Minis werden auf dem Platz sein.»
Wie viele haben sich bisher angemeldet?
Geyer: Wir sind aktuell bei 270 Gruppen, die kommen werden. Das sind mindestens 5600 Minis, die auf dem Platz sein werden.
Sind andere Leute vor Ort?
Geyer: Neben den Minis und ihren Begleitpersonen sind auch 150 Helfende mit dabei. Ohne sie wäre es unmöglich, ein Fest in dieser Grösse durchzuführen. Viele Verantwortliche der Kirche Schweiz, aus Landeskirchen, dem Frauenbund, den Bistümern und so weiter zeigen mit ihrem Helfendeneinsatz ihre Wertschätzung gegenüber den Minis.
Was erwartet die Kinder am Fest?
Geyer: Das Fest beginnt mit einem Eröffnungsgottesdienst. Danach gehen rund 130 Ateliers auf, bei denen die Kinder viel erleben – von der Legowelt zur Kapplawelt, über einen Podcast-Workshop zum Frisbee-Spiel. Es gibt Hüpfburgen, Minikirchen-Monopoly, Riesenminigolf-Spiel und Volkstanz. Angeboten wird auch «Meet and greet» mit Bischof Beat. Viele Verbände, wie Pfadi, Jubla und Cevi unterstützen das Fest mit Ateliers genau so wie die Schweizergarde.
«Bischof Beat Grögli bietet das «Meet-and-greet»-Atelier an, wo interessierte Kinder ihn besuchen können.»
Wie wird der neue Bischof von St. Gallen dabei sein?
Geyer: Beat Grögli wird den ganzen Tag am Minifest teilnehmen. Er bietet das erwähnte «Meet-and-greet»-Atelier an, wo interessierte Kinder ihn besuchen können. Bischof Beat wird auch bei den Fixpunkten seinen Teil beitragen und dazu den ganzen Tag als Teil des Festes mit dabei sein. Ganz sicher wird er auch auf vielen Fotos auftauchen, die die Minis an diesem Tag machen werden.
«Wir haben schon länger kein richtiges Minifest mehr gefeiert. Darum war es Zeit.»
Nationale Minifeste gibt es immer wieder. Wann war das letzte?
Geyer: Das war 2017. Eigentlich wäre für 2020 wieder ein Minifest geplant gewesen. Doch das fiel wegen der Corona-Pandemie ins Wasser. 2021 gab es stattdessen einen Minitag. Dazu wurde extra ein Minikrimidinner entworfen, das in den Pfarreien durchgeführt werden konnte. Wir haben also schon länger kein richtiges Minifest mehr gefeiert. Darum war es Zeit.
Wie wichtig sind Ministrantinnen und Ministranten in der Kirche?
Geyer: Minis sind ein wichtiger Bestanteil der Kirche vor Ort. Es ist die Pfarreigruppe, die es überall gibt. Sie beleben die Pfarreien vor Ort nicht nur mit ihrem Dienst, sondern auch mit ihren Aktivitäten ausserhalb des Altarraums. Bischof Beat Grögli sagte während seiner Bischofsweihe zu «seinen» Minis: Ich bin so stolz auf euch Minis und auf euren Dienst in der Kirche. Das nationale Minifest gibt Power und stärkt die Gemeinschaft.
Wie steht es um den Bestand der Minis in der Schweiz?
Geyer: Wie alle Zahlen in der Kirche sind auch die Zahlen der Minis in der Schweiz rückläufig. Trotzdem sind es weiterhin 23’000, die jede Woche ihren Dienst tun und miteinander als Gruppe unterwegs sind.
*Sarina Geyer ist im OK des nationalen Minifests in St. Gallen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie arbeitet bei der Katholischen Kirche im Thurgau im Fachbereich Jugend.
Weitere Informationen zum nationalen Minifest in St. Gallen.
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