Autoritäten der römisch-katholischen Kirche: Bischöfe und Kardinäle in Rom.
Vatikan

Im Mai müssen die Kardinäle nun einen neuen Papst wählen

Der Film «Konklave» hat uns bereits einen Vorgeschmack auf die Neuwahl des Papstes gegeben: Die Wahl eines neuen Pontifexes ist von Geheimnissen umwittert. Das Zeremoniell ist farbig und prächtig, in Teilen archaisch. Deshalb lieben auch Leute das Konklave, die sonst mit Kirche nicht so viel am Hut haben.

Frühestens am 15., spätestens am 20. Tag nach dem Tod oder Amtsverzicht eines Papstes müssen die Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers (Konklave) zusammentreten. Sie werden dazu vom Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re (91), einberufen.

«Verschlossener Raum»

Der Begriff Konklave stammt aus dem klassischen Latein und bedeutet «verschlossener Raum». Denn während des Wahlvorgangs sind die Kardinäle von der Aussenwelt abgeschlossen.

Von den aktuell 135 Wahlberechtigten kommen 53 aus Europa, davon 16 aus Italien. Asien stellt 23 Wähler, Lateinamerika (mit Mexiko) 21, Afrika 18, Nordamerika 16 und Ozeanien 4.

Das Jüngste Gericht, Detail des Deckengemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.
Das Jüngste Gericht, Detail des Deckengemäldes von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.

In der Sixtinischen Kapelle

Im Mai ziehen die Anwesenden der 135 wahlberechtigten Kardinäle vom Apostolischen Palast in die Sixtinische Kapelle ein; als letzter der ranghöchste Kardinalbischof unter 80 Jahren, Pietro Parolin (70), der das Konklave leitet. Dort versprechen die Kardinäle unter Eid absolute Geheimhaltung. Anschliessend ruft der Zeremonienmeister «extra omnes» (alle hinaus!). Daraufhin müssen alle Nichtwähler die Sixtina verlassen.

Rauchzeichen

Zur Abgabe ihres Stimmzettels treten die Kardinäle einzeln vor den Altar, legen den Zettel in die Urne und sprechen eine weitere Eidesformel. Anschliessend werden die Stimmen ausgezählt und die Zettel samt Unterlagen verbrannt. Traditionell wird dabei «schwarzer oder weisser Rauch» als Signal für die Öffentlichkeit erzeugt. Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Wählerstimmen erhält. Bis zu zwei Wahlgänge täglich werden durchgeführt.

Jeder Kontakt nach aussen, die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen, ist den Wählern untersagt. Sie wohnen im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Zugelassen sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die ebenfalls absolute Geheimhaltung schwören müssen.

Keine Verhandlungen

Während des Konklaves müssen sich die Kardinäle jeder Form von Verhandlungen, Verträgen oder Versprechen enthalten, die sie binden können, jemand bestimmtem die Stimme zu geben oder zu verweigern. Andernfalls ziehen sie sich automatisch die Exkommunikation zu.

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Nach der Wahl fragt der Kardinaldekan den Gewählten, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt. Danach teilt der Kardinal-Protodiakon den Menschen auf dem Petersplatz mit den Worten «Habemus Papam» (Wir haben einen Papst) den Namen des neuen Papstes mit. Dieser spendet dann seinen ersten Segen «urbi et orbi». (kna)


Autoritäten der römisch-katholischen Kirche: Bischöfe und Kardinäle in Rom. | © Oliver Sittel
22. April 2025 | 11:00
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