Eine Kerze mit einem Osterlamm.
Schweiz

Ostern für alle am gleichen Tag: Berner Kirchen laden zu ökumenischer Feier

2025 fällt der Ostertermin wieder einmal für alle Kirchen – in Ost und West – auf den gleichen Tag. Die Berner Arbeitsgemeinschaft der Kirchen lädt gegen Abend des Ostersonntags zu einer ökumenischen Feier. Auch der Basler Bischof Felix Gmür wird teilnehmen. «Diese Feier zeigt, dass wir im zentralen Punkt unseres Glaubens eins sind.»

Barbara Ludwig

Seit mehreren Jahrhunderten feiern die Kirchen in Ost und West das Osterfest meist an unterschiedlichen Terminen. Denn die orthodoxe Kirche hat die Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht mitgemacht. In den meisten orthodoxen Ostkirchen gilt weiter der julianische Kalender. 2025 aber gibt es wieder einmal einen gemeinsamen Ostertermin: den 20. April.

2025 sei deshalb ein besonderes Jahr, schreibt die Berner Arbeitsgemeinschaft der Kirchen in einer Mitteilung. Sie lädt ein, das zentrale Fest des christlichen Glaubens in ökumenischer Verbundenheit zu feiern: «vielsprachig, vielfarbig und fröhlich». Und zwar am Ostersonntag, 20. April, um 17 Uhr in der christkatholischen Kirche Peter und Paul in Bern.

Kirchenvertreterinnen und Bischöfe

«In dieser Feier steht in Gedanken und in den Lesungen der Weg nach Emmaus der beiden verzweifelten und zweifelnden Jünger Jesu im Zentrum», heisst es in der Mitteilung. Ihre Bitte an den unbekannten Begleiter: «Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt» führe im Brechen des Brotes zur Erkenntnis, dass der Auferstandene zwar spürbar, doch nicht mehr sichtbar da sei.

Auferstehungskreuz von Josua Boesch in Morschach SZ.
Auferstehungskreuz von Josua Boesch in Morschach SZ.

An der Feier beteiligen sich Rita Famos, Präsidentin der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS), Pfarrerin Judith Pörksen, reformierte Berner Synodalratspräsidentin, der christkatholische Bischof Frank Bangerter, der römisch-katholische Basler Bischof Felix Gmür sowie der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Cilerdzic.

Eins im Glauben an die Auferstehung Jesu Christi

Es sei «schön», Ostern ökumenisch zu feiern, besonders in diesem Jahr, da Ostern an einem gemeinsamen Termin gefeiert wird, begründet Gmür gegenüber kath.ch seine Teilnahme. «Diese Feier zeigt, dass wir einen gemeinsamen Glauben teilen und im zentralen Punkt unseres Glaubens eins sind: im Glauben an die Auferstehung Jesu Christi.»

Papst Franziskus will einheitliches Osterdatum

Mehrfach habe es Versuche gegeben, ein gemeinsames Osterdatum zu finden, schreibt die Berner Arbeitsgemeinschaft weiter. Doch alle seien erfolglos geblieben. Für ein einheitliches Osterdatum hat sich im September vergangenen Jahres auch Papst Franziskus ausgesprochen. Er unterstütze alle Bemühungen dazu. Zugleich ermahnte er, dass dies nicht zu neuen Spaltungen unter den Christen führen dürfe.

Auferstehung Jesu – barocker Messkelch aus dem 18. Jahrhundert im Luzerner Stiftsschatz.
Auferstehung Jesu – barocker Messkelch aus dem 18. Jahrhundert im Luzerner Stiftsschatz.

Der Basler Bischof spricht sich ebenfalls für ein einheitliches Osterdatum aus. «Es würde die Einheit von Christinnen und Christen weiter stärken und das ökumenische Miteinander fördern», ist er überzeugt. Vor der ökumenischen Feier in Bern absolviert der Bischof jedoch ein intensives Feierprogramm in der Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn. Dazu gehören die Feier vom letzten Abendmahl am Hohen Donnerstag, die Karfreitagsliturgie, die Osternachtfeier sowie das Hochfest der Auferstehung des Herrn.

Ökumenische Tradition in Bern seit 2011

Die Berner Arbeitsgemeinschaft der Kirchen lädt seit 2011 in den Jahren, in denen der Ostertermin in Ost und West auf den gleichen Sonntag fällt, zu einer ökumenischen Feier.

Anzeige ↓     Anzeige ↑

Eine Kerze mit einem Osterlamm. | © KNA
15. April 2025 | 12:00
Lesezeit : ca. 2  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!