Demonstration gegen die Gewalt in Nigeria
International

Bewaffnete erschiessen katholischen Priester in Nigeria

Auf nigerianischen Fernstrassen unterwegs zu sein, ist gefährlich. Bewaffnete Gruppen errichten Strassensperren, entführen Reisende, und manchmal fallen auch tödliche Schüsse. Jüngstes Opfer ist ein Priester.

Im Südosten Nigerias ist ein katholischer Priester auf offener Strasse erschossen worden. Laut Mitteilung der Diözese Nnewi war der Priester am Abend des Zweiten Weihnachtsfeiertags auf einer Schnellstrasse unterwegs, als Bewaffnete auf ihn schossen. Details zum Tathergang sowie Hintergründe sind bisher nicht öffentlich bekannt.

Skulpturen der französischen Künstlerin Prune Nourry, die an die noch immer gefangen gehaltenen 108 Chibok-Mädchen erinnern sollen. (AP Photo/Sunday Alamba)
Skulpturen der französischen Künstlerin Prune Nourry, die an die noch immer gefangen gehaltenen 108 Chibok-Mädchen erinnern sollen. (AP Photo/Sunday Alamba)

Zahl von Ermordungen und Entführungen gestiegen

Nach Informationen der Online-Zeitung «Premium Times» bestätigte die Polizei im Bundesstaat Anambra den Vorfall bisher nicht. Dort war die Zahl von Ermordungen und Entführungen in letzter Zeit wieder angestiegen. Mit Entführungen versuchen Banden, Lösegeld von Angehörigen und Organisationen zu erpressen.

Kardinal Peter Ebele Okpaleke (dritter von links).
Kardinal Peter Ebele Okpaleke (dritter von links).

Anglikanischer Erzbischof seit Wochen verschwunden

Auch Pfarrer und Ordensfrauen gehören zu den Opfern. So wurde in der ersten Dezemberwoche ein emeritierter Erzbischof der anglikanischen Kirche verschleppt. Nigerianischen Medienberichten zufolge ist bisher unklar, wer verantwortlich ist und welche Forderungen es für die Freilassung gibt. Katholische Bischöfe hatten in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Kirche kein Lösegeld zahle.

Menschen stehen im Februar 2023 vor einem Wahllokal in Lagos, um für einen neuen Präsidenten zu stimmen.
Menschen stehen im Februar 2023 vor einem Wahllokal in Lagos, um für einen neuen Präsidenten zu stimmen.

Politiker machen ausserdem die Bewegung IPOP verantwortlich. In der Vergangenheit wies sie solche Vorwürfe stets zurück. IPOP fordert die Gründung eines eigenen Staates im Südosten Nigerias, weil die Region ihrer Ansicht nach von der Zentralregierung in der Hauptstadt Abuja vernachlässigt wird.

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Neu sind die Forderungen nicht: Während des Biafra-Kriegs von 1967 bis 1970 versuchte die Region bereits, sich vom Rest des Landes zu lösen. Die Folge: Während des Bürgerkriegs starben Hunderttausende Menschen. Einige Schätzungen gehen von bis zu zwei Millionen aus. (kna)


Demonstration gegen die Gewalt in Nigeria | © Kirche in Not
30. Dezember 2024 | 11:00
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