Mann mit Kreuz
Schweiz

Französischer Priester missbrauchte Kinder im Wallis

Ein Priester hat in den 1970er-Jahren in Sitten mutmasslich mindestens fünf Kinder missbraucht. Das haben drei Betroffene herausgefunden – und darüber in «Le Nouvelliste» berichtet.

Drei Walliser Missbrauchsbetroffene haben sich auf die Suche nach dem 1977 verstorbenen Täter und möglichen weiteren Opfern gemacht. 2019 nahmen die beiden Männer und eine Frau – mit Hilfe des Bistums Sitten – Kontakt untereinander auf.

Was dabei herauskam, beschreibt die Zeitung «Le Nouvelliste» am Samstag und nennt den mutmasslichen Täter mit vollem Namen. Kath.ch nennt ihn G.R. Der Mann war in den 1970er-Jahren Vikar der Pfarrei Saint-Guérin in Sitten.

Viele Kontakte zu Minderjährigen

Nach mühevollen Recherchen finden die drei Opfer heraus: G.R. hat mindestens fünf Kinder aus dem Quartier missbraucht, in dem er wohnte und tätig war. Womöglich auch mehr. Zu jener Zeit haben zwei Kinder sich das Leben genommen – vielleicht, weil auch sie missbraucht wurden.

Ein Bub versteckt sich.
Ein Bub versteckt sich.

Der Vikar hatte viel Kontakt zu Minderjährigen. Er besuchte Familien zuhause, war Tutor der Ministranten in der Kirche, leitete zwei katholische Jugendbewegungen. Er gab Religionsunterricht und nahm den Kindern in der Sakristei die Beichte ab.

Versetzungen und Rücktrittsforderungen

Der Mann war 1967 nach Sitten gekommen. Zuvor hatte er im Bistum Chambéry in Frankreich gelebt. Dort war er erst in einem Kollegium tätig gewesen, wurde dann in eine Pfarrei versetzt und war dort bald nicht mehr Seelsorger für Pfadfinder.

 Als er in die Schweiz kam, wurde gegen G.R. eine Klage vor einem französischen Zivilgericht eingereicht. Im Jahr zuvor hatte der Bischof von Chambéry den Rücktritt von G.R. verlangt, gegen den er rekurrierte. Aus dem Vatikan kam dieselbe Aufforderung. Eine kirchliche Untersuchung wurde eröffnet, als er bereits in der Schweiz lebte. Diese erwähnte «sehr unangebrachte Verhaltensweisen gegenüber jungen Menschen der Pfarrei». All das ist zu lesen im «Le Nouvelliste».

Endlich ein Dossier aus Frankreich

Die Vorgeschichte erfuhren die Missbrauchsbetroffenen im August 2023. Damals erhielten sie – nach vielen Nachfragen – endlich einen Brief vom Bistum Chambéry – mit dem Dossier von Priester G.R.

Die Wahrheit zu erfahren, war den Missbrauchsbetroffenen wichtig. Und auch die Öffentlichkeit darüber zu informieren, heisst es bei «Le Nouvelliste». Finanzielle Wiedergutmachung haben sie gemäss Zeitung erhalten – allerdings mit verletzenden Bemerkungen dazu. (rp)

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Mann mit Kreuz | © KNA
2. Dezember 2024 | 16:00
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