Freitag, 13. Dezember
Der Zwilling der Hoffnung
Im Abendgebet der Liturgie – in der Komplet – kommt das Gebet des greisen Simeon vor:
«Nun lässt du, Herr, deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.»
Zusammen mit der Prophetin Hanna hat Simeon gehofft, gewartet und erwartet, dass sich die Verheissung erfüllt. Die Verheissung, dass er vor seinem Tod den Messias sehen wird. Diese Verheissung erfüllt sich für ihn und Hanna im Tempel.
Ich zweifle – über mich, die Menschen, den Lauf der Zeit und Welt. Dann denke ich an Hanna und an Simeon. Sie haben durchgehalten. Sie waren geduldig in der Hoffnung. Ja, manchmal fehlt mir der Zwilling der Hoffnung: die Geduld. Paulus schreibt, «Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.» Noch habe Hoffnung, dass ich geduldiger werden kann und mit der Geduld auch wieder hoffnungsvoller. Hanna und Simeon erinnern mich jeden Abend daran.
Eingesandt von St.K.
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