Schweizer Synoden-Teilnehmer: Papst nimmt Arbeit der Synode ernst
Papst Franziskus hat zum Ende der Synode für Überraschung gesorgt, indem er die Vorschläge der Synodalen direkt in Kraft setzte. Felix Gmür, Helena Jeppesen-Spuhler und Claire Jonard werten dies positiv. Mit dem Inhalt des Schlussdokuments sind alle drei «sehr zufrieden».
Aus der Schweiz haben Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Helena Jeppesen-Spuhler und Claire Jonard an der Synode in Rom teilgenommen, letztere ohne Stimmrecht. Es sei ein «sehr starkes Zeichen», dass der Papst kein nachsynodales Schreiben veröffentlichen werde, heisst es in einer Medienmitteilung der SBK.
Noch in der Synodenaula teilte Papst Franziskus mit, das von den Synodalen verabschiedete Abschlussdokument solle direkt veröffentlicht werden. Damit wurden die Beschlüsse der Synode auch gleich in Kraft gesetzt. «Damit nimmt der Papst die Arbeit und die Früchte der Synodenmitglieder ernst», finden die drei Teilnehmenden aus der Schweiz.
Eigenen synodalen Prozess weitergestalten
Die Kirche der Schweiz werde mit Engagement die eigenen synodalen Prozesse weitergestalten, so die Mitteilung. Die Getauften in der Schweiz hätten den vom Papst vor drei Jahren ins Leben gerufenen synodalen Prozess sehr ernst genommen. In der Mitteilung erinnern die drei Teilnehmer an die Treffen in den Pfarreien und Bistümern sowie an die Schweizer Synodenversammlung vom 30. Mai 2022 in Einsiedeln SZ.
«Dieses Treffen hatte den Auftrag, die Ergebnisberichte der diözesanen Phase der Synode zu einem nationalen Bericht zusammenzufassen.» Weitere Etappen in dem Prozess waren die Reise der Schweizer Delegierten zur europäischen Synodenversammlung in Prag, die europäische Bischofsversammlung in Belgrad und schliesslich das europäische Treffen in Linz im Hinblick auf die Schlusssitzung der Synode in Rom.
Schweizer Schritte haben «Früchte getragen»
«Bereits vor der Versammlung in Rom haben diese Schweizer Schritte Früchte getragen», sind Gmür, Jeppesen-Spuhler und Jonard überzeugt. An vielen Orten habe die «Methode des Gesprächs im Geist» ausprobiert werden können. Zudem habe die Kirche in der Schweiz seit April eine nationale Synodalitätskommission.
«Die Türen für das Diakonat der Frau bleibt offen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung.»
Das Thema «Frau in der Kirche» habe sehr viele Diskussionen geprägt. In diesem Jahr sei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Synode bewusst geworden, wie wichtig es sei, Frauen in Entscheidungsprozesse einzubinden.
Auch die Frage des Zugangs von Frauen zum Diakonenamt bleibe offen. Diesbezüglich seien weitere Überlegungen erforderlich. «Die Türen für das Diakonat der Frau bleibt offen. Das ist ein Zeichen der Hoffnung. Schritt für Schritt werden wir mit Geduld und Barmherzigkeit unser Engagement fortsetzen», wird Bischof Felix Gmür zitiert.
Eine Bitte in Bezug auf gesonderte Arbeitsgruppen
Auch über eine «gesunde Dezentralisierung» sei intensiv diskutiert worden. Hier habe der Papst spezielle Arbeitsgruppen eingesetzt, die sich mit der komplexen Thematik befassen. Die Delegierten aus der Schweiz hätten darum gebeten, dass «die Ergebnisse dieser Gruppen in synodale Räume zurückgespiegelt werden», heisst es in der Mitteilung. Allerdings bestehe «die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass diese Gruppen bis Ende 2025 arbeiten werden, während die letzte Sitzung der Weltsynode heute zu Ende geht.» (bal)
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