Pferde weiden vor dem Kloster Einsiedeln
Schweiz

Pferdequäler-Vorwurf: Kloster Einsiedeln wehrt sich

Im Marstall des Klosters Einsiedeln sollen Pferde schlecht gehalten worden sein. So der Vorwurf, der von ehemaligen Pferdebesitzenden ausgeht. Das Kloster wiederspricht den Vorwürfen, will aber genauer hinschauen.

«Mein Pferd war krank, lahmte, aber erhielt keine Medikamente», sagt eine Auskunftsperson gegenüber dem «Sonntagsblick». Eine andere sagt: «Sie vergassen, mein Pferd zu füttern und auszumisten», und ergänzt: «Es magerte stark ab.» Sie beschwerte sich mehrmals beim Verwaltungsleiter des Klosters Einsiedeln, doch habe der nicht reagiert. Die Zeitung bringt das in Zusammenhang mit Kündigungen im Marstall des Klosters Einsiedeln, insbesondere mit dem Abgang von dessen langjähriger Leiterin Ursi Kälin im Februar 2023.

Nur bedingt verantwortlich

Das Kloster bestreitet, dass es im ehemaligen Vorzeigestall zu Missständen gekommen sei. Es sieht sich selbst nur beschränkt in der Verantwortung. Es betont, dass es selbst keine Pferde halte. Und dass es nur einen Minderheits-Anteil an der zuständigen Marstall GmbH habe. Gleichzeitig versichert es, dass es betreffend Tierwohl genauer hinschauen und Korrekturen veranlassen wolle, wo diese nötig seien.

Der Marstall und die Pferde beim Kloster Einsiedeln
Der Marstall und die Pferde beim Kloster Einsiedeln

«Die Anschuldigungen betreffen Fälle aus Vorjahren. Sie wurden damals geklärt, mit Tierarzt, Tierspital und Fachleuten», teilt das Kloster auf Anfrage von kath.ch mit. Auch habe es in letzter Zeit anonyme Anzeigen beim Tierschutz gegeben. Die drauffolgenden Kontrollen hätten aber «keine oder ganz geringe Beanstandungen» ergeben. «Der Betrieb ist darum bezüglich Tierhaltung und Tierwohl in guter Verfassung. Dies bestätigen der Bestandstierarzt, die Tierschutzbehörden und Fachleute, mit denen der Betrieb im Austausch steht.»

«Das Kloster will einen vorbildlichen Pferdestall auf dem eigenen Gelände», teilt es auch auf seiner Webseite mit. «Aus Klostersicht geht es in erster Linie darum, die lange Pferdetradition weiterleben zu lassen und damit auch unseren Besuchern Freude zu bereiten.»

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Im Marstall des Klosters Einsiedeln, dem ältesten Gestüt Europas, werden seit über 1000 Jahren Einsiedler Pferde gezüchtet. Die «Cavalli della Madonna» seien wegen ihrer Eleganz, ihres guten Charakters, dem schwungvollen Gang und der robusten Gesundheit geschätzt gewesen, heisst es auf der Webseite. (rp)


Pferde weiden vor dem Kloster Einsiedeln | © zVg
21. Oktober 2024 | 17:04
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