Pater Julius Zihlmann: «Wir sind nicht in grosser Aufbruchstimmung»
Die Missionare der Heiligen Familie verlassen das Kollegium Nuolen SZ. Viele Patres sind sehr verbunden mit der Region. Sie schauen dennoch zuversichtlich in die Zukunft. «Wir dürfen stolz auf unsere vergangene Zeit zurückschauen», sagt Pater Julius Zihlmann.
Jacqueline Straub
Wie viele Mitbrüder leben derzeit noch in Nuolen?
Julius Zihlmann*: Zurzeit leben noch zehn Patres und ein Ordensbruder im Kollegium Nuolen. Das Durchschnittsalter ist 81 Jahre. Ein Mitbruder leistet noch Aushilfsdienste in den Pfarreien der Region.
Wie wird der Umzug von den Mitbrüdern wahrgenommen?
Zihlmann: Die Mitbrüder sind nicht in grosser Aufbruchstimmung. Es ist auch verständlich, da einige sehr viele Jahre im Haus gewohnt haben, die als Lehrer, Erzieher und Seelsorger mit vielen Menschen der Region verbunden sind. Zugleich können die Mitbrüder beruhigt in die Zukunft schauen, da bei den Schwestern in Ingenbohl, im Alterszentrum, für die Betreuung und Pflege gesorgt wird.
Wie blicken Sie persönlich auf die Auflösung?
Zihlmann: Vor einigen Jahren haben wir das Gymnasium dem Kanton verkauft und vor zwei Jahren das Haus, in dem wir wohnen, an ihn veräussert. Wir sind also beim Kanton eingemietet. Das von uns gegründete Gymnasium wird weitergeführt. Nachdem das Volk dem Umbau für das Gymnasium zugestimmt hat, haben wir uns realistisch gefragt, wo und wie wir unsere Zukunft gestalten werden. In der Zeit des Verkaufs habe ich mit der Provinzoberin Schwester Tobia Rüttimann in Ingenbohl Kontakt aufgenommen, um mich über die zukünftige Nutzung des sich im Bau befindliche Alterszentrum zu informieren. Nun können wir im September 2024 ins Alterszentrum und ins Priesterhaus einziehen.
«Die Ortskirche in Madagaskar hat sich gut entwickelt.»
Wie blicken Sie auf die Zeit in Nuolen und Werthenstein?
Zihlmann: Ich schaue dankbar auf die Zeit in Werthenstein LU und Nuolen SZ zurück. Nach Werthenstein kamen 1909 die ersten Patres der Missionare von der Heiligen Familie. Heute entsteht in Werthenstein in unserem ehemaligen Missionsseminar ein «Betreutes Wohnen im Alter» in einer Art Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt. Also eine neue Form von Gemeinschaft.
Die Mitbrüder, die als Missionare in Madagaskar gewirkt haben, können auf eine erfolgreiche Zeit zurückschauen. Die Ortskirche in Madagaskar hat sich gut entwickelt. Sie lebt heute von vielen jungen Patres. Wir dürfen dankbar und auch etwas «stolz» auf unsere vergangene Zeit zurückschauen.
Was wird Ihnen in Nuolen besonders fehlen?
Zihlmann: Was mir persönlich fehlen wird, ist das wohnliche Haus und die wunderbare Landschaft am Zürichsee. Auch die Kontakte mit den Bewohnern der Region March, mit denen ich in seelsorgerlichen Diensten und durch den schulischen Unterricht verbunden war, habe ich sehr geschätzt.
Was wird mit dem Kollegium geschehen?
Zihlmann: Der Neu- und Umbau beginnt im Herbst 2025. Bis dahin plant der Kanton eine Zwischenlösung zur Nutzung des Gebäudes. Was nach dem Abschluss des Neu- und Umbaus mit dem Kollegium geschehen wird, ist noch offen.
*Julius Zihlmann ist Pater bei den Missionaren der Heiligen Familie.
Hier geht es zur › Bestellung einzelner Beiträge von kath.ch.




