Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel
International

Bartholomaios I. befürwortet Verbot ukrainischer Kirche

Wenn Bartolomaios I. die Auflösung einer Kirche in der Ukraine befürwortet, hat das Gewicht. Denn der Patriarch von Konstantinopel ist Ehrenoberhaupt aller orthodoxen Kirchen. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche gilt als Gehilfin Moskaus.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. unterstützt laut Berichten die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geforderte «spirituelle Unabhängigkeit» der Ukraine. Damit ist das Verbot der früher mit dem Moskauer Patriarchat verbundene Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK) gemeint. Der Patriarch soll sich laut der ukrainischen Nachrichtenagentur UNN am Dienstag bei einem Empfang einer hochrangig besetzten Delegation entsprechend geäussert haben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj

Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel sagte der ukrainischen Delegation zudem, er unterstütze «alles, was gut für die Ukraine» sei, und umsorge die von ihm anerkannte, unabhängige («autokephale») Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU). Deren Vorsteher, Metropolit Epiphanius (Dumenko) von Kiew, nahm neben der stellvertretenden Leiterin des ukrainischen Präsidialamtes, Olena Kovalska, und dem Leiter des Staatlichen Dienstes für ethnische Politik und Gewissensfreiheit, Viktor Yelensky, an dem Empfang teil.

Ukrainischer Parlament arbeitet an Verbot der UOK

Derzeit arbeitet das ukrainische Parlament weiter an einem Verbot der UOK. Zuletzt hatte sich Präsident Selenskyj auch darauf bezogen, in dem er die «spirituelle Unabhängigkeit» der Ukraine forderte. Zur traditionsreichen UOK gehören rund 10’000 Gemeinden und die meisten Klöster des Landes.

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Die Regierung in Kiew zweifelt die von der UOK im Mai 2022 beschlossene Loslösung vom Moskauer Patriarchat an und rechnen die Kirche weiter dem Moskauer Patriarchat zu.

Behörde beschuldigen zudem immer wieder Geistliche der Kollaboration mit Moskau. Mehrere Bischöfe und Priester wurden dafür bereits zu Haftstrafen verurteilt und zum Teil im Rahmen eines Gefangenenaustausches an Russland überstellt. Die Kirchenleitung der UOK wies die Anschuldigungen der Kollaboration allerdings stets zurück. Westliche Beobachter warnen die Ukraine, durch ein komplettes Verbot der UOK massiv die Religionsfreiheit zu verletzen. (kna)


Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel | © KNA
15. August 2024 | 17:10
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