«Verhöhnung Christi»: Bischöfe kritisieren Olympia-Eröffnung
Frankreichs Bischöfe haben die Olympia-Eröffnungsshow wegen Spott über Religion heftig kritisiert. Die «Verhöhnung» des Letzten Abendmahls Christi bei der Eröffnungszeremonie habe Christen auf allen Kontinenten verletzt.
Bei der umstrittenen Szene hatten Drag Queens gemeinsam mit Tänzern und Performern auf einer Brücke über die Seine offenbar das letzte Abendmahl Christi mit seinen Jüngern in der Version von Leonardo da Vinci nachgestellt – und zwar parodierend als Transgender-Party und Modeschau. Prominenteste Darstellerin war Nicky Doll, bekannt für die Moderation des Drag Race France, die bereits im Vorfeld der Spiele die Olympische Fackel ein Stück getragen hatte.
Allen, die sich von der Darstellung angegriffen fühlten, wolle man vermitteln, dass das «Fest» der Olympischen Spiele weit über «ideologische Parteinahme einiger Künstler» hinausreiche, betonen die Kirchenführer. Sport sei ein «wunderbarer Akt, der die Herzen der Athleten und Zuschauer tief berührt», es würden wichtige Werte und Prinzipen dabei vermittelt. Erst recht könnten die Olympischen Spiele zu mehr Einheit, Zusammenhalt, Frieden und gegenseitiger Achtung unter den Menschen beitragen.
Abseits der kritisierten Szene habe die Eröffnungszeremonie «wunderbare Momente der Schönheit, der Freude und des Glücks» geboten, hoben die Bischöfe in ihrer Erklärung noch hervor. Die dabei ausgelösten Emotionen seien zurecht von vielen gelobt worden.
Auch die Kirche in Frankreich beteilige sich aktiv an den Olympischen Spielen und begleite diese mit ihrem Grossprojekt «Holy Games», rufen die Bischöfe in Erinnerung. Seit fast drei Jahren vorbereitet, würden dabei über 2000 Freiwillige mit diesem umfangreichen kulturellem, sportlichen und spirituellem Begleitprogramm die allgemeine Begeisterung rund um die Spiele in Paris unterstützen. Verwiesen wurde auch auf den Olympia-Eröffnungsgottesdienst, der am 19. Juli in Anwesenheit von IOC-Präsident Thomas Bach und 200 Delegationen aus aller Welt in der Eglise de la Madeleine in Paris stattgefunden hatte. (kathpress)
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