Anhaltende Trockenheit: Mallorca bittet die heilige Scholastika um Regen
Wenn es auf Mallorca nicht genug regnet, hilft nur noch die Anrufung höherer Mächte – sagen zumindest die Menschen in Santanyi – der trockensten Gegend der Insel. Schliesslich soll eine Heilige den «Schlüssel zu den Quellen des Himmels» haben.
Seit Wochen herrscht in Teilen Mallorcas Wassermangel, weil es nicht ausreichend regnet. Da kommt der Brauch der Anrufung von Scholastika am Sonntag genau recht: In der Wallfahrtskirche Santuari de la Consolacio in Santanyi im Südosten der Insel wird die Heilige um die «Gabe des Regens» gebeten, wie die «Mallorca-Zeitung» am Samstag berichtet. Schliesslich soll die dort verehrte Statue der Schwester des heiligen Benedikt die «Schlüssel zu den Quellen des Himmels» besitzen.
Uralte Tradition trifft auf Klimawandel
Bei der Messe, die immer am Sonntag um das Fest der heiligen Scholastika (um 480-um 542) am 10. Februar stattfindet, handle es sich um eine uralte Tradition, sagte Pfarrer Bartomeu Villalonga. Doch in diesem Jahr könnte die Zahl der erwarteten Teilnehmer aufgrund der verbreiteten Dürre auf Mallorca noch grösser sein als sonst – auch ein Zeichen des Klimawandels: «Die Menschen sind sich mehr denn je bewusst, dass mit dem Wetter etwas Merkwürdiges geschieht.»
Trockenste Region der Insel
Santanyi liege sprichwörtlich in der trockensten Gegend der Insel: «A Santanyi poca aigua i gens de vi» (»Wenig Wasser und kein Wein in Santanyi»), zitierte der Pfarrer. «Aus diesem Grund widmeten unsere Vorfahren, die das Heiligtum errichteten, der Heiligen Scholastika eine Kapelle und hatten das Bedürfnis, sie anzurufen, damit sie die Zisternen fülle.»
Auch diesmal hofften die Gläubigen, dass die Gebete die erwartete Wirkung zeigen – «wie im Jahr 2023», erinnert sich Villalonga: Zwei Wochen nach der Messe in der Wallfahrtskirche zog der Sturm Juliette auf und hinterliess in vielen Teilen der Insel, darunter auch in Santanyi, eine dicke Schneedecke. Auch für dieses Wochenende sei Regen vorhergesagt, wenn auch nur leichter.
Nächsthöhere himmlische Instanz
Und wenn Scholastika nicht helfen sollte, wenden sich die Bewohner Santanyis laut ihrem Pfarrer an die nächsthöhere himmlische Instanz, so wie 1914: «Die Dürre war so gross, dass sie zum Heiligtum von Lluc pilgerten, um die Jungfrau Maria um Regen zu bitten.» (kna)
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