Erntedankfest ist mehr als nur zu danken
Geschmückte Altäre, Gemüsekörbe und Früchte: An Erntedank bedanken sich Christinnen und Christen bei Gott für die tägliche Nahrung. Das Fest gehört zu den ältesten der Menschheit – und wird in vielen Kulturen und Religionen gefeiert.
Jacqueline Straub
«Die Schöpfung mit ihrer Vielfalt ist etwas Wunderbares. Es ist doch faszinierend wie sie uns Menschen und Tiere nährt», sagt Carmela Bonomi im neusten kath.ch–Video zum Erntedankfest.
Vorräte lagern
Früher war das Überleben von einer guten Ernte abhängig. So mussten bereits im Sommer und dann vor allem im Herbst Vorräte für den Winter gelagert werden. Eine schlechte Ernte konnte zur Gefahr für die ganze Gesellschaft werden. Deswegen war die Freude umso grösser, wenn das Jahr gut war und die Ernte reichlich ausfiel. Diese Freude wurde mit einem «grossen Fest der Dankbarkeit» zum Ausdruck gebracht.
Das Erntedankfest ist eines der ältesten Feste der Menschheit, welches in vielen Kulturen und Religionen gefeiert wird. «Im christlichen Brauch danken wir Gott, dem Schöpfer der Erde, für die Ernte der Natur, die er für uns wachsen lässt», sagt Carmela Bonomi. Seit dem 3. Jahrhundert wird ein besonderer Gottesdienst gefeiert, nachdem die Ernte eingefahren und die Wintervorräte gesichert sind.
Sonntag im Oktober
Für das Erntedankfest gibt es keinen einheitlichen Termin. Denn der Zeitpunkt der Ernte ist je nach Klimaregion unterschiedlich. In Europa wird das Fest im Herbst, meist an einem Sonntag im Oktober gefeiert.
Wer an Erntedank die Kirche besucht, findet einen geschmückten Altarraum. In Körben liegen heimische Früchte und Gemüsesorten. Im Gottesdienst werden die Gaben gesegnet. Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Ernte dieser Nahrungsmittel Zeit und Mühen in Anspruch nehmen.
Für viele Menschen ist das Erntedankfest heute etwas abstrakt. Denn im Supermarkt kann jederzeit eine riesige Auswahl an Früchten und Gemüse gekauft werden. «Durch diesen Überfluss geschieht schnell eine Unachtsamkeit und die Dankbarkeit kommt zu kurz», sagt Carmela Bonomi. «Aber gerade deshalb ist es doch wichtig, diese Dankbarkeit mindestens einmal im Jahr zu feiern.»
Und: «Das Fest bringt auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass das Leben selbst Früchte trägt», sagt Carmela Bonomi.
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