In Genf sind künftig Burkini und «oben ohne» möglich
Der Genfer Stadtrat hat die Kleidervorschriften für Badis liberalisiert. Vom 4. April an sollten laxere Regeln gelten. Das Tragen von Burkinis soll ebenso erlaubt sein wie das Baden «oben ohne». Die SVP kündigt ein Referendum an.
Annalena Müller
Der Burkini-Streit in Genf geht in die nächste Runde. Am Montagabend hat das Stadtparlament die Kleidervorschriften für städtische Schwimmbäder liberalisiert. Von 4. April an dürfen Genfer Badende alle Kleidungsstücke tragen, die «angebracht und zweckmässig» sind. Nebst im Burkini dürften Frauen also auch oben ohne herumlaufen.
Strenge Regeln in Genfer Badis
Bislang waren die erlaubten Badekleider klar definiert. So durften Männer maximal mit Badehosen bis zum Knie bekleidet sein. Für Frauen galt: «einen Badeanzug aus einem oder zwei Stücken, bis maximal zum Knie». Nackte Arme waren für beide Geschlechter Pflicht.
Inklusives Schwimmen
An den strengen Genfer Regeln störten sich verschiedene Verbände. Im Vorfeld der Abstimmung hatte eine Nichtregierungsorganisation 1500 Unterschriften für «inklusives Schwimmen» gesammelt. Aber das Anliegen war von Anfang an umstritten. Wie die NZZ berichtet, waren insgesamt drei Sessionen nötig, bis das neue Reglement angenommen wurde. Am Ende fiel das Abstimmungsergebnis mit 38 zu 33 Stimmen entsprechend knapp aus.
Umstrittene Liberalisierung – Referendum angekündigt
Während die linken Parteien die Abstimmung als Sieg für die liberale, inklusive Gesellschaft feiern, regt sich im bürgerlichen Lager Widerstand. Die Argumente beider Seiten sind aus der Burka-Debatte und der landesweiten Volksabstimmung vom März 2021 bekannt.
Auch in Genf wird am Ende wohl das Stimmvolk entscheiden. Bis zum 4. April will die SVP die für ein Referendum notwendigen 3200 Unterschriften sammeln. Falls die Unterschriften nicht zusammenkommen, tritt die neue Ordnung am gleichen Tag in Kraft.
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