Bistum Lugano

Alain de Raemy, Apostolischer Administrator der Diözese Lugano im Gebet
Alain de Raemy, Apostolischer Administrator der Diözese Lugano im Gebet

Zum Bistum Lugano gehört der Kanton Tessin. Das Bistum hat 255 Pfarreien und betreut 186’00 (2020) Katholiken und Katholikinnen. Das sind 61.9% der Wohnbevölkerung auf dem Gebiet des Bistums. Patrone des Bistums Lugano sind der heilige Ambrosius und der heiligen Karl Borromäus.

Der Bischof

Seit dem 10. Oktober 2022 besteht im Bistum Lugano eine Sedisvakanz.

Zum Apostolischen Administrator des Bistums Lugano wurde Alain de Raemy, Weihbischof des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg, ernannt.

Das Bistum

Die Geschichte des Bistums Lugano:

Das Gebiet des heutigen Kantons Tessin war seit dem Ende des 9. Jahrhunderts zum Teil dem Erzbistum Mailand und zum Teil dem Bistum Como unterstellt. Mit der Unabhängigkeit des Kantons im Jahre 1803 verstärkte sich das Bedürfnis nach einem eigenen Bistum, was aber am Widerstand Österreichs scheiterte. Die konservative Regierung Österreichs befürchtete, dass die katholische Kirche im Tessin unter den Einfluss der liberalen Tessiner Regierung geraten könnte. Die Situation änderte sich erst nach der Gründung des Königreichs Italien 1861. Nach einem Vertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Vatikan im Jahr 1884 wurden die Tessiner Pfarreien von den Bistümern Como und Mailand getrennt und in der Person von Eugène Lachat, der zuvor Bischof von Basel gewesen war, einem Apostolischen Administrator unterstellt. Lachat erreichte das Tessin am 10. August 1885 und starb am 1. November 1886.

Unter der Administration von Vincenzo Molo, Erzpriester von Bellinzona, wurde durch die Bulle Ad universam von Papst Leo XIII. am 7. September 1888 die Diözese Lugano gegründet. Sie blieb formal zunächst als Apostolische Administratur dem Bistum Basel unterstellt, auch vermeidet die Bulle Ad universam den Begriff Diözese sorgsam, um das Verbot der Gründung neuer Bistümer in der Schweizerischen Bundesverfassung zu respektieren.

Am 8. März 1971 wurde die Apostolische Administratur des Kantons Tessin offiziell vom Bistum Basel losgelöst und dem Administrator Giuseppe Martinoli der Titel eines Bischofs von Lugano übertragen. Der neue Status der Diözese wurde am 25. April 1971 durch eine feierliche Messe in der Kathedrale von Lugano besiegelt.

Als bisher letztes Bistum wurde 1971 das Bistum Lugano errichtet, nachdem das Tessin in Ausführung des Bundesbeschlusses von 1859 vom Erzbistum Mailand und vom Bistum Como abgetrennt und seit 1884/1888 durch den Bischof von Basel administriert (bis 1968) worden war.

Die Kathedrale

Blick auf die Kathedrale San Lorenzo in Lugano
Blick auf die Kathedrale San Lorenzo in Lugano

Die Laurentius-Kirche (S. Lorenzo) wurde 818 als Pfarrkirche erbaut. 1078 wurde sie Kollegiatstift. Seit 1884 war San Lorenzo Sitz der Apostolischen Administratur für das Tessin, aus der 1971 das Bistum Lugano entstand. Die ursprünglich romanische Kirche ist von verschiedenen Stilepochen geprägt. Säulen und Bögen des Mittelschiffs sind noch romanisch, Chor, Seitenschiffe und Gewölbe gotisch. Der Hauptaltar und weitere Ausstattungsstücke stammen aus der Barockzeit.

Weitere Informationen: Bistum Lugano