Bistum Sitten

Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, bei der Firmung in Martigny
Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, bei der Firmung in Martigny

Zum Bistum Sitten gehören 150 Pfarreien. 66 gehören zum deutschsprachigen Teil des Bistums, 84 zum französischsprachigen Teil. Im Bistum Sitten deckt sich die Kantonsgrenze nicht mit der Bistumsgrenze. So gehören zum Bistum Sitten auch Teile des waadtländischen Distrikts Aigle, während die Walliser Pfarreien Saint-Maurice, Mex, Vernayaz, Salvan und Finhaut zur Territorialabtei St. Maurice zählen und die Pfarrei Saint Gingolph zur französischen Diözese Annecy. Das Bistum Sitten betreut 196’000 (2020) Katholikinnen und Katholiken, das sind 67.3% der gesamten Wohnbevölkerung auf dem Gebiet des Bistums. Der Patron des Bistums ist der heilige Theodul.

Der Bischof

Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, hat sein Amtsverzichts-Schreiben an den Papst geschickt. Lovey ist am 2. August 2025 75 Jahre alt geworden. In Sitten entscheidet der Papst allein über den Nachfolger im Bischofsamt – im Unterschied etwa zu den drei Deutschschweizer Bistümern. Papst Leo hat den Amtsverzicht von Bischof Jean-Marie Lovey am 25. September 2025 angenommen. Er bleibt aber im Amt bis sein Nachfolger rechtmässig in sein Amt eingesetzt wird.

Das Bistum

Geschichte des Bistums:

Das älteste christliche Denkmal im Wallis und auf Schweizerboden trägt das Christusmonogramm und die Buchstaben Alpha und Omega. Herstellen liess es der römische Statthalter in Sitten, Pontius Asklepiodotus zur Zeit des Kaisers Gratian im Jahr 377 n.Chr. Der Stein mit dieser Inschrift befindet sich heute in der Eingangshalle des Rathauses von Sitten.

Die Geschichte des 1. und 2. Jahrtausends des Bistums findet sich hier: Die Geschichte des Bistums Sitten.

Die Kathedrale

Blick auf die Kathedrale "Notre Dame" in der Altstadt von Sitten.
Blick auf die Kathedrale "Notre Dame" in der Altstadt von Sitten.

Neben der Kathedrale auf Valeria entstand im 12. Jahrhundert unten in der Stadt Sitten eine zweite Kathedrale – Notre-Dame-du-Glarier. Von dieser Kirche ist nur noch der romanische Glockenturm erhalten geblieben. Chor und Kirchenschiff wurden im Verlauf der Jahrhunderte öfters zerstört und mussten neu aufgebaut werden. So wurde in den schweren Kämpfen des Bischofs Bonifaz von Challant gegen Savoyen zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Kathedrale schwer beschädigt.

Als Graf Amadeus VI. von Savoyen am 3. November 1352 die Stadt Sitten eroberte und plünderte, wurde die Kathedrale ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau verzögerte sich, 1364 hatte die Kirche immer noch kein Dach. Am Fronleichnamsfest 1403 zerstörte wieder eine Feuersbrunst einen Teil der Kirche, wobei die Glocken schmolzen. Am 7. Oktober 1418 wurde die Kathedrale mit vielen weiteren Gebäuden der Stadt wiederum ein Raub der Flammen, als Witschard von Raron mit seinen Anhängern in Sitten eindrang.

Das Domkapitel liess bis 1423 die Kirche für 1000 Goldgulden wieder decken. Doch die Mauern hatten durch das Feuer so sehr gelitten, dass sie einzustürzen drohten und zum Teil eingerissen werden mussten. Der Wiederaufbau verzögerte sich wegen Geldknappheit. Bischof Walter Supersaxo (1457-1482) bat in einem Rundschreiben Klerus und Volk um Spenden, damit der begonnene Wiederaufbau vollendet werden könne. Unter Bischof Jost von Silenen (1482-1496) ging der Bau weiter, aber erst unter Bischof Nikolaus Schiner (1496-1499) konnte das Gewölbe des Schiffes eingebaut werden. Der Chor wurde aber erst unter Kardinal Matthäus Schiner (1499-1522) vollendet. Die Kathedrale von Sitten ist die jüngste der mittelalterlichen Kathedralen der Schweiz. Unter Bischof Viktor Bieler (1919-1952) wurde der Chor der Kathedrale um zwei Joche verlängert.

Weitere Informationen: Bistum Sitten