«Moralische Pflicht zum Handeln» – Vatikan setzt sich für Klimaziele ein
Vatikanstadt will bis 2050 keine CO2-Emissionen mehr verursachen. Als Führung der katholischen Weltkirche will der Papst die Menschen zu einem neuen Lebensstil erziehen.
Der Vatikan will sich mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln für eine Begrenzung der Erderwärmung gemäss dem Pariser Klimaabkommen einsetzen. Im Auftrag von Papst Franziskus sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Dienstag beim Klimagipfel in Scharm El-Scheich, dieser Einsatz betreffe vor allem zwei Ebenen. Zum einen habe sich der Kleinstaat verpflichtet, bis 2050 keine Kohlendioxid-Emissionen mehr zu verursachen.
Erzieherischer Ansatz
Zum anderen wolle sich der Heilige Stuhl, also die Führung der weltweiten katholischen Kirche, für eine Erziehung im Sinne einer umfassenden Ökologie einsetzen. Politische und technische Massnahmen reichten nicht aus. Sie müssten verbunden werden mit einem erzieherischen Ansatz, der einen neuen Lebensstil fördere und den neuartigen «Bund zwischen den Menschen und der Umwelt» stärke.
Moralische Pflicht zum Handeln
Mit Blick auf die weltweiten Flüchtlingsbewegungen führte Parolin aus: «Wir haben eine moralische Pflicht zum Handeln, um auf die immer häufigeren und immer schwereren humanitären Auswirkungen des Klimawandels zu reagieren oder diese zu verhindern.»
Parolin betonte, dass der Heilige Stuhl, der ein international anerkanntes Völkerrechtssubjekt ist, in Scharm El-Scheich erstmals als Mitunterzeichner sowohl des Pariser Vertrags als auch der Klimarahmenkonvention auftrete. Der Heilige Stuhl ist dem 2016 in Kraft gesetzten, völkerrechtlich verbindlichen Abkommen am 4. Oktober 2022 formal beigetreten. (kna)
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