Jean-Claude Hollerich, Mario Grech und Papst Franziskus beim Start des synodalen Prozesses im Oktober 2021 in Rom.
Vatikan

Papst spricht mit Spitze der Weltsynode

Papst Franziskus hat die Führungsspitze der Weltsynode zu einem Gespräch im Vatikan empfangen. Synoden-Generalsekretär Kardinal Mario Grech und «Generalrelator» Kardinal Jean-Claude Hollerich waren am Freitagmorgen beim Papst.

Mit dabei waren auch die beiden Untersekretäre, Bischof Luis Marin de San Martin und Schwester Nathalie Becquart, sowie als Berater der Jesuitenpater Giacomo Costa. Dies teilte das vatikanische Presseamt mit.

Papst will Ende der Polarisierung

Am Dienstag hatte der Papst in einer aufsehenerregenden Predigt im Petersdom die katholische Kirche aufgerufen, die Polarisierung in ein konservatives und ein fortschrittliches Lager zu überwinden. Zugleich hatte er das Zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965) als Richtschnur für das Handeln der Kirche beschworen.

Am Tag zuvor hatte das Synodensekretariat in einer Erklärung betont, dass die vom Papst 2019 ausgerufene Weltsynode der Spur des Konzils folge. Die Lehre des Konzils vom Volk Gottes, die auf der «Würde und Freiheit der Kinder Gottes» basiere, sei auch das Fundament für den weltweiten synodalen Prozess.

Konservative Kreise kritisierten synodalen Prozess

In den vergangenen Wochen hatte es in Sozialen Netzwerken vereinzelte Kritik an dem von Papst Franziskus gewollten weltweiten synodalen Prozess gegeben. Dieser könne die dogmatischen und hierarchischen Fundamente der Kirche erschüttern, hiess es warnend aus konservativen Kreisen.

Zuletzt hatte sich die Vollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz am Dienstag und Mittwoch in Kamien Slaski mit dem synodalen Prozess auseinandergesetzt. Auch in ihren Reihen gibt es Skeptiker. Kardinal Grech nahm als Gastredner an der Versammlung teil und warb mit Nachdruck für das Projekt des Papstes.

Polnische Bischöfe betonen Bedeutung der Synodalität

In einer am Donnerstag veröffentlichten Schlusserklärung hoben die polnischen Bischöfe die Bedeutung der Synodalität, des Zuhörens und des Dialogs hervor. Zugleich bekräftigten sie, es sei wichtig zu unterscheiden, was wirklich vom Geist Gottes gewollt sei. (cic)


Jean-Claude Hollerich, Mario Grech und Papst Franziskus beim Start des synodalen Prozesses im Oktober 2021 in Rom. | © KNA
14. Oktober 2022 | 14:23
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