Helena Jeppesen-Spuhler hat keine klerikalen Berühungsängste - und wird auf "X" angefeindet.
Schweiz

Hearing in Luzern zur «Vision synodale Kirche in der Schweiz»

Nach der synodalen Versammlung in Einsiedeln soll ein weiteres Treffen die Schweizer Kirche synodaler machen. Am 26. September findet in Luzern ein Hearing statt, zu dem 40 Menschen aus der ganzen Schweiz erwartet werden.

Raphael Rauch

Das Hearing werde von der Pastoralkommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) organisiert, teilt deren Sekretär Arnd Bünker mit. Ein Team aus vier Männern – offiziell «Spurgruppe» genannt – bereitet das Treffen vor.

«Synodalisierung der katholischen Kirche»

Die «Spurgruppe» habe von den Schweizer Bischöfen und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz den Auftrag erhalten, erste Vorschläge für eine «Synodalisierung der katholischen Kirche auf gesamtschweizerischer Ebene» zu skizzieren. 

Arnd Bünker an der Synode in Einsiedeln, Mai 2022
Arnd Bünker an der Synode in Einsiedeln, Mai 2022

Die Erwartung an Synodalität laute, dass sich die Kirche so in ihrer ganzen Vielfalt besser auf die Herausforderungen der heutigen Zeit einstellen kann – insbesondere auf die tiefgreifenden Umbrüche in der Religiosität und der Spiritualität der Menschen. Das Hearing wolle über die Frage diskutieren: «Wie können wir synodale Arbeitsformen und Strukturen auf gesamtschweizerischer Ebene gestalten?»

Partizipation und Aufeinander-Hören

Ziel des Hearings sei auch, weitere Schritte zu planen. Mitglieder des Vorbereitungsteams sind SBK-Generalsekretär Davide Pesenti, RKZ-Generalsekretär Daniel Kosch, Arnd Bünker, Sekretär der Pastoralkommission, und Oliver Wäckerlig, Projektleiter am Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI).

Die Spurgruppe organisiert die nächsten Schritte, um die Schweizer Kirche synodaler zu gestalten.
Die Spurgruppe organisiert die nächsten Schritte, um die Schweizer Kirche synodaler zu gestalten.

«Wir wollen unsere ersten Vorschläge nicht alleine beraten. Im Rahmen eines Hearings sollen sie einem grösseren Kreis vorgestellt und diskutiert werden», sagt Arnd Bünker. Bereits der Prozess solle von Partizipation und Aufeinander-Hören geprägt sein. Möglichst unterschiedliche Stimmen aus der katholischen Kirche sollten zu Wort kommen. 

Auch Bischof Markus Büchel dabei

Das Hearing findet am Montagnachmittag, 26. September, in Luzern auf Deutsch und Französisch statt. Es gibt eine Simultanübersetzung.

Gruppenarbeit an der nationalen synodalen Versammlung in Einsiedeln.
Gruppenarbeit an der nationalen synodalen Versammlung in Einsiedeln.

Die etwa 40 Teilnehmenden repräsentierten verschiedene Gruppen der katholischen Kirche, sagt Arnd Bünker. Etwa Jugend- und Frauenverbände, Ordensgemeinschaften, Bistümer und Kantonalkirchen. Als Präsident der Pastoralkommission werde auch der St. Galler Bischof Markus Büchel an dem Hearing teilnehmen.

Vorschläge noch in diesem Jahr

Arnd Bünker erwartet wichtige Rückmeldungen auf die ersten Ideen zur Synodalität auf gesamtschweizerischer Ebene. Diese werden dann innerhalb der Pastoralkommission weiter vertieft. Daraus folgen Empfehlungen für die Weiterarbeit der Spurgruppe. Ziel sei es, SBK und RKZ noch in diesem Jahr erste Vorschläge für das weitere Vorgehen und für die Nachfolge der Spurgruppe zu unterbreiten.


Helena Jeppesen-Spuhler hat keine klerikalen Berühungsängste – und wird auf «X» angefeindet. | © Christian Merz
15. September 2022 | 09:51
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