Spuren des Erdbebens? Baukräne in der Altstadt in L'Aquila, März 2019.
Vatikan

Tausende Pilgernde zum Papstbesuch in L'Aquila erwartet

Sechs Sonderzüge der italienischen Bahngesellschaft FS werden am Sonntag Pilgerinnen und Pilger nach L’Aquila bringen. Die italienische Stadt war 2009 vom Erdbeben zerstört worden. Dort feiert Papst Franziskus einen Gottesdienst.

Wie die römische Tageszeitung «Il Messaggero» am Donnerstag weiter berichtete, werden auf dem Domplatz der Abruzzen-Metropole mehr als 3000 Teilnehmende zu einem Papstgottesdienst erwartet.

Treffen mit Erdbeben-Geschädigten

Papst Franziskus besucht am Sonntagmorgen die Stadt, die im April 2009 durch ein schweres Erdbeben teilweise zerstört wurde. Höhepunkte des Papstbesuches sind der Gottesdienst am Sonntagmorgen, die Öffnung der historischen «Heiligen Pforte» der Kirche Santa Maria Collemaggio und ein Treffen mit Erdbeben-Geschädigten.

Am frühen Nachmittag wird der Papst in Rom zurückerwartet, wo am Montag und Dienstag kirchenpolitische Beratungen mit allen Kardinälen der katholischen Weltkirche auf dem Programm stehen. Vor Franziskus hatte bereits Benedikt XVI. im Jahr 2009 die Stadt besucht, in der die Gebeine des 1294 zurückgetretenen Papstes Cölestin V. bestattet sind.

Ex-Papst Benedikt trat nach L’Aquila-Besuch zurück

Da Benedikt vier Jahre nach seinem Besuch in L’Aquila zurücktrat, löste die Ankündigung der Reise durch Papst Franziskus zahlreiche Spekulationen aus. Franziskus hat jedoch bereits mehrere Male dementiert, dass er in absehbarer Zeit zurücktreten wolle.

Papst Cölestin V., der sich der Überlieferung zufolge weigerte, christliche Soldaten für die Kreuzzüge zu segnen und der als erster Papst der Geschichte freiwillig zurücktrat, galt in Italien Jahrhunderte lang als feiges und schwaches Kirchenoberhaupt.

Seit dem Pontifikat von Benedikt XVI. hat eine Neubewertung dieser historischen Figur eingesetzt. Benedikt würdigte ihn in einer Ansprache im Juli 2010 als einen Papst, der «nach seinem Gewissen handelte, und deshalb frei von Angst war und grossen Mut hatte». Diese positive Sicht auf Cölestin V. will Papst Franziskus mit seinem Besuch offenbar fortführen. (cic)


Spuren des Erdbebens? Baukräne in der Altstadt in L'Aquila, März 2019. | © KNA
25. August 2022 | 12:27
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