Bischof Felix Gmür: «Unsere Archive stehen offen»
Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür, sieht im Pilotprojekt zur Missbrauchsstudie einen wichtigen Schritt zur Aufarbeitung der Missbrauchskrise: «Es ist gut, dass die Studie beginnt.»
Raphael Rauch
Sie haben vor Ort in Lausanne die Medienkonferenz verfolgt. Wie wichtig ist der heutige Tag?
Bischof Felix Gmür*: Der Tag ist wichtig, weil die Pilotstudie beginnt. Es ist gut, dass es losgeht und die Missbrauchskrise in der Schweiz aufgearbeitet wird.
«Unsere Archive stehen offen.»
Was machen Sie als Bischof von Basel, damit die Forschenden gut arbeiten können?
Gmür: Ich werde mit den Historikerinnen und Historikern zusammenarbeiten. Unsere Archive stehen offen, sie können alles anschauen, was sie wollen. Und wenn sie Fragen haben, werden wir diese beantworten, soweit wir können.
Liegen im Giftschrank des Bistums Basel viele heikle Akten?
Gmür: Wir haben im Bistum Basel gar kein Geheimarchiv – nur Archive mit verschiedenen Zugangsregelungen. Ob das richtig oder falsch geordnet ist, kann ich nicht sagen. Das ist Aufgabe der Forschungsgruppe, das zu beurteilen.
Sie sind seit 2010 Bischof von Basel. Haben Sie Angst, dass Ihnen möglicherweise eine Pflichtverletzung nachgewiesen wird?
Gmür: Nein.
Werden alle noch lebenden Führungspersonen im Bistum Basel kooperieren und ihr Wissen mit den Forschenden teilen?
Gmür: Ich kann nur für mich sprechen: Ich kooperiere hundertprozentig. Und ich werde der Studie nicht vorgreifen. Alles Weitere werden wir sehen.
* Felix Gmür (55) ist Bischof von Basel und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz.
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