Voller Trauer: Bischof Felix Gmür an der Friedenskundgebung Anfang März in Solothurn.
Schweiz

Bischof Gmür fordert Patriarch Kyrill I. zum Einsatz für den Frieden auf

Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür, hat am Montag einen eingeschriebenen Brief an den Patriarchen Kyrill I. von Moskau gesandt und ihn zum Einsatz für den Frieden in der Ukraine aufgefordert.

Bischof Felix Gmür habe sich im Brief an seinen Amtsbruder gewandt, heisst es in der Mitteilung der Schweizer Bischofskonferenz vom Donnerstag. Er habe den Patriarchen Kyrill I. «im Namen Jesu Christi» aufgefordert, «sich beim russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür einzusetzen, dass dieser die Militäroperation in der Ukraine umgehend einstellt». Der Brief wurde am ersten Tag des Treffens der Schweizer Bischofskonferenz versandt.

Die 335. Ordentliche Versammlung der Schweizer Bischöfe stand im Zeichen des Ukraine-Krieges, wie aus der Mitteilung hervorgeht. An der Pressekonferenz am Donnerstag in Bern bekundeten die Bischöfe ihre «tiefe Besorgnis» gegenüber diesem Krieg. Sie wiederholten ihren Aufruf zum Frieden und bekundeten ihre «uneingeschränkte Solidarität mit den Kriegsopfern».

Und sie appellierten an die Schweizer Politik und Bevölkerung, sich gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine solidarisch zu zeigen. Gleichzeitig drückten sie ihren Dank jenen aus, die bereits den Menschen in der Ukraine helfen.

Friedensgebet zu Beginn und zum Abschluss

Der Ukrainekrieg war gemäss Mitteilung stark präsent in der dreitägigen Versammlung der Bischöfe im Bildungshaus Centre Saint-François im jurassischen Delsberg. Das Treffen begann demnach mit einem einstündigen Gebet für den Frieden in der Ukraine und anderen Regionen der Welt, die unter bewaffneten Konflikten leiden. Den Abschluss bildete das nationale Glockengeläut der Solidaritätsbekundung. Die Bischöfe verharrten dazu während drei Minuten in stillem Gebet.

Zwei Feiern der Karwoche neu der Ukraine gewidmet

Die Bischöfe haben beschlossen, drei Anlässe neu dem Krieg in der Ukraine zu widmen. So soll die Heilige Messe vom 11. April in der Schweiz neu auch dem Frieden in der Ukraine gewidmet sein, nicht nur – wie bisher – den Covid-19-Verstorbenen. Die Messe ist Teil der Fastenzeitinitiative, die Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) seinen Mitgliedern empfahl. Sie wird um 11.15 Uhr in der Klosterkirche Einsiedeln gefeiert und von Abt Urban Federer geleitet.

Auch für die Karfreitagsfeier am 15. April liege nun ein Gebetsanliegen für den Frieden in der Ukraine vor, schreiben die Bischöfe. Dieses haben die liturgischen Verantwortlichen der deutschsprachigen Länder vorbereitet. Die Unterlagen werden ins Französische und Italienische übersetzt.

Für den Sonntag, den 20. März, haben die Bischöfe eine Kollekte in den Bistümern und Gebietsabteien beschlossen. Diese sei Teil der diözesanen Nothilfe-Initiativen für die ukrainische Bevölkerung, erklären die Schweizer Bischöfe. (rp)

Voller Trauer: Bischof Felix Gmür an der Friedenskundgebung Anfang März in Solothurn. | © Vera Rüttimann
10. März 2022 | 12:30
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Weitere Bischöfe appellieren an Kyrill I.

Neben dem Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Felix Gmür, haben sich am Donnerstag weitere Bischöfe an den Patriarchen Kyrill I. gewandt. Für die katholischen Bischöfe der EU sprach der Vorsitzende der Bischofskommission Comece in Brüssel, Kardinal Jean-Claude Hollerich. Er forderte das russisch-orthodoxe Oberhaupt auf, sich bei der politischen Führung für eine diplomatische Lösung auf der Basis von Gesprächen sowie für die Einhaltung des internationalen Rechts einzusetzen.

Auch die katholischen Bischöfe in Deutschland riefen Kyrill I. auf, sich vom Krieg eindeutig zu distanzieren. «Die Welt braucht das gemeinsame Zeugnis der Kirchen gerade in Zeiten der Not und der Verwerfungen. Dies sind auch Zeiten der Entscheidung», so die deutschen Bischöfe. Gleichzeitig hob die Bischofskonferenz jene Stimmen von Geistlichen der russisch-orthodoxen Kirche hervor, die den Krieg verurteilten. (Infos von KNA)