Patriarch Kyrill: Papst hat Christenverfolgung bewusst gemacht
Turin, 18.5.17 (kath.ch) Aus Sicht des russisch-orthodoxen Kirchenoberhaupts, Patriarch Kyrill I., ist Dank des Treffens mit Papst Franziskus in Havanna 2016 die Christenverfolgung stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Aufmerksamkeit für die Lage der Christen im Nahen Osten und in Nordafrika geschaffen zu haben, sei das bedeutendste Ergebnis der historischen Begegnung mit dem Papst vom 12. Februar 2016 in Havanna auf Kuba, so Kyrill im Interview der italienischen Tageszeitung «La Stampa» (Donnerstag).
Das Thema sei vorher in den Medien kaum präsent gewesen, durch das Treffen sei die Situation der Christen in diesen Gegenden jedoch von der ganzen Welt anerkannt worden, sagte Kyrill.
Er hoffe, dass nun auch konkrete Schritte zur Lösung erfolgten. «Unseren Brüdern und Schwestern wird das Leben genommen, nur weil sie an Christus glauben», betonte der Patriarch. Es sei unglaublich, dass solch ein «wahrhaftiger Genozid der Christen» im «zivilisierten 21. Jahrhundert» möglich sei.
Mit Blick auf die Beziehungen zwischen Katholiken und Russisch-Orthodoxen sagte Kyrill, die Begegnung von Havanna sei trotz einiger weiter bestehenden theologisch unterschiedlicher Ansichten von grosser Bedeutung gewesen. Es gebe eine Perspektive zur Entwicklung der Beziehung. Laut dem Patriarch hat das Treffen mit dem Papst besonders die Bereitschaft gestärkt, gemeinsam die «Zukunft der christlichen Gemeinschaften zu verteidigen, und zur Schaffung eines stabilen und gerechten Friedens» beizutragen. (cic)
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