Italiens Innenminister fordert Muslime auf, Radikale zu melden
Rom, 17.8.16 (kath.ch) Der italienische Innenminister bittet muslimische Gemeinden um Hilfe bei der Terrorbekämpfung. Sie sollten dazu beitragen, «Subjekte die sich radikalisieren» auszumachen und bei der Kontrolle von ausländischen Finanzierungen unterstützen, sagte Angelino Alfano in einem Interview der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera» am 17. August.
Alfano forderte dazu auf, einen Überblick über die Orte der Religionsausübung zu erstellen und eine Imamausbildung ausschliesslich im eigenen Land zuzulassen: «Schluss mit Do-it-yourself Moscheen in Garagen.» Der Innenminister betonte gleichzeitig, dass die italienischen Antworten auf die Terrorbekämpfung zwar hart sein müssten, aber zugleich «nie eine Provokation werden dürfen, die möglicherweise Attentate anziehen könnte».
Restrisiko bleibt
Alfano wiederholte, dass es immer ein Restrisiko gebe. Dem Verbot von Burka oder Burkini in Italien erteilte er eine Absage. Bezüglich der Ausweisung von neun Imamem aus seinem Land erklärte er zudem: «Es gibt einen Unterschied zwischen beten und Lobeshymnen auf Hass- und Gewalt singen.»
In Italien leben unter 60 Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben 1,6 Millionen Muslime, davon 90’000 in Rom. Ein Drittel der Muslime in der italienischen Hauptstadt stammt aus Bangladesch. (cic)
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