Zélie und Louis Martin, Eltern der Heiligen Thérèse von Lisieux
Schweiz

Schweizer Karmelitinnen zur Heiligsprechung des Ehepaars Martin

Lausanne, 18.10.15 (kath.ch) Am Sonntag, 18. Oktober, wurde mit Louis und Zélie Martin das erste Ehepaar gemeinsam heiliggesprochen. Sie sind die Eltern der ebenfalls Heiligen Thérèse von Lisieux. cath.ch hat sich bei Schweizer Karmelitinnen umgehört, was die Heiligsprechung des Ehepaares für sie bedeutet.

Die Karmelitinnen in Develier JU und Le Pâquier FR gehen zwar nicht auf die «kleine» Thérèse von Lisieux, sondern auf die «grosse» Teresa von Avila zurück, dennoch sei auch die kleine Thérèse eine wichtige Figur in ihrer Gemeinschaft, sagte Schwester Marguerite aus Develier gegenüber cath.ch. «Wir sind Thérèse von Lisieux sehr verbunden, denn sie war sich der Grösse der Kirche sehr bewusst, einer Kirche, die ihre Arme ausbreitet, um die ganze Welt zu umarmen».

Persönlich bedauert Schwester Marguerite allerdings, dass das Ehepaar Martin «nicht sehr repräsentativ für heutige Familien» sei. Diese nämlich seien in den Gebeten der Schwestern sehr präsent. «Wie kann man Menschen helfen, eine tragfähige Beziehung zu Gott aufzubauen in einer Gesellschaft, die ihrer Mitte so sehr entrückt ist, sowohl in menschlichen wie in religiösen Bereichen?», fragt die Ordensfrau.

Paare bitten um Fürsprache beim Ehepaar Martin

Für die Schwestern in Le Pâquier ist die Heiligsprechung «eine grosse Freude», versichert die Oberin der Gemeinschaft, Schwester Anne-Elisabeth, zumal diese während der Familiensynode stattfinde. Die Familie Martin habe viel gelitten, «Zélie hatte Krebs und verlor vier Kinder in jungem Alter, und Louis, der einen tiefen Glauben hatte, durchlebte am Ende seines Lebens eine dunkle Zeit der Krankheit.» Die Oberin glaubt, dass diese erste Heiligsprechung eines Ehepaares den Weg für weitere ebnen wird und hofft, dass Ehepaare, die näher an der heutigen Zeit sind, ebenfalls bald selig- oder heiliggesprochen werden. Der Einfluss des Ehepaars Martin sei nicht zu unterschätzen: «Bitten Sie die Eltern der kleinen Thérèse für uns», mit dieser Bitte träten Paare manchmal an die Schwestern im Greyerzerland heran. (cath.ch/sys)

 

 

Zélie und Louis Martin, Eltern der Heiligen Thérèse von Lisieux | © public domain
18. Oktober 2015 | 08:00
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Zélie und Louis Martin

Am Sonntag, 18. Oktober, wurde mit Louis und Zélie Martin (1823-1894 und 1831-1877) das erste Ehepaar gemeinsam vom Papst heiliggesprochen. Die beiden Franzosen hätten «in allem beispielhaft» gelebt, sagte der Postulator des Heiligsprechungsprozesses, Romano Gambalunga, am Freitag, 16. Oktober, im Vatikan. Die beiden neuen Heiligen sind die Eltern der bereits 1925 heiliggesprochenen Thérèse von Lisieux.

Ursprünglich strebten Louis wie auch Zélie den Eintritt in einen Orden an, wurden jedoch abgewiesen. Sie lernten sich daraufhin 1858 im französischen Alençon kennen und heirateten. Von ihren neun Kindern erreichten nur fünf das Erwachsenenalter; alle fünf wurden Ordensfrauen. Zélie Martin starb 1877 an Brustkrebs. Die Familie zog daraufhin nach Lisieux. Louis Martin erlitt 1889 zwei Schlaganfälle und verstarb 1894. Beide wurden 2008 wegen ihres vorbildlichen Lebenswandels und Ehelebens seliggesprochen.

Als erstes Wunder auf Fürsprache der Martins anerkannt wurde die medizinisch unerklärliche Heilung eines italienischen Neugeborenen mit einer schweren Lungenfehlbildung im Jahr 2002. Als zweites Wunder erkannte Papst Franziskus die Heilung eines spanischen Mädchens an. Es war im sechsten Schwangerschaftsmonat mit schweren Gehirnblutungen zur Welt gekommen, die Ärzte stuften es als nicht überlebensfähig ein. Beide Kinder werden nach Vatikanangaben bei der Zeremonie am Sonntag, 18. Oktober, die Reliquien der neuen Heiligen tragen.

Neben Thérèse von Lisieux ist eine weitere Tochter von Louis und Zélie Martin auf dem Weg zur Ehre der Altäre. Für Léonie Martin (1863-1941, Ordensname Marie-Françoise-Thérèse) wurde im vergangenen Januar der heroische Tugendgrad anerkannt. (cic)