Freiburger Hexe «La Catillon» wird nicht vollständig rehabilitiert
Freiburg i. Ü., 8.5.09 (Kipa) «La Catillon», die letzte in der Romandie als Hexe verbrannte Frau, wird nicht vollständig rehabilitiert. Stattdessen hat das Freiburger Kantonsparlament laut einer sda-Meldung am Freitag, 8. Mai, eine allgemein gehaltene Erklärung verabschiedet.
Die Erklärung erinnert an alle Justizopfer des Ancien Régime vor 1848. Der Grosse Rat stimmte der Resolution mit 69 zu 21 Stimmen bei 8 Enthaltungen zu. Knapp abgelehnt hat der Rat eine Forderung nach historischer Aufarbeitung dieser Periode.
Bereits Ende März hatte sich das Freiburger Kantonsparlament mit «La Catillon» befasst. Eine Rehabilitation im juristischen Sinn sei nicht möglich, betonte damals die Kantonsregierung. Der heutige Staat trage keine Verantwortung für die Verbrechen im Ancien Régime. Die Regierung schlug deshalb eine moralische Rehabilitierung der Hexe vor.
«La Catillon», mit bürgerlichem Namen Catherine Repond, lebte in Villarvolard. Nachdem Gerüchte über Hexerei die Runde machten, gestand sie schliesslich unter der Folter, was man von ihr hören wollte. Am 15. September 1731 wurde sie verbrannt.
Rehabilitierte Anna Göldi
Im August 2008 hatte der Kanton Glarus Anna Göldi rehabilitiert, die 1782 im letzten Hexenprozess der Schweiz hingerichtet worden war. Dieser Akt inspirierte zwei Freiburger Grossräte im Oktober 2008, sich für «La Catillon» einzusetzen und in einer Motion eine juristische Rehabilitierung der Hexe zu fordern.
(kipa/sda/archiv/bal/job)



