Resilienz-Kalender 2020

1. Dezember: Stille, nichts als Stille in der Kirche

Die Adventszeit ist laut. Ein Mittel gegen den Lärm: Inmitten des Trubels eine Kirche aufzusuchen, sagt Martin Föhn (38). Der Jesuit kann aber auch Weihnachtsdeko etwas abgewinnen.

«Ich liebe es, in der Adventszeit alleine durch die Stadt zu laufen. Damit meine ich nicht unbedingt die Fussgängerzonen mit vielen Geschäften. Sondern zum Beispiel Wohnquartiere. Mich fasziniert, wie Menschen sich äusserlich auf Weihnachten vorbereiten. Ich beobachte gerne die Deko, mit der Türen und Vorgärten geschmückt werden. Zum Teil sehr aufwändig und liebevoll. Das versetzt mich in Adventsstimmung.

Mir ist klar, dass die meisten Menschen nicht aus unmittelbar christlichen Gründen ihr Haus dekorieren. Entscheidend ist: Es freut die Menschen. Und es schenkt anderen Freude und Licht. Dennoch befällt mich manchmal eine leise Angst, ob nicht das Ganze ausgehöhlt und leer wird, wenn die Menschwerdung Gottes so gar kein Thema mehr ist.

In solchen Momenten suche ich gerne auch Kirchen auf. Ich geniesse die Momente der Ruhe: mutterseelenallein in einer Kirche zu sitzen und Stille, nichts als Stille zu hören. In dieser Stille erfüllt mich oft eine Freude und ich glaube, dass sie aus der Gegenwart Gottes kommt.» (Aufzeichnung rr.)

Martin Föhn SJ (38) ist für die katholische Kirche in Basel im Bereich Bildung und Spiritualität tätig. Er arbeitet auch in Studentenseelsorge und gehört zum «Theologischen Quartett», dem neuen Podcast von kath.ch.

Martin Föhn bei der Aufnahme des «Theologischen Quartetts». | © Elisabeth Real
1. Dezember 2020 | 00:00
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