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Rekurskommission stützt Pfarrer und Kirchgemeindepräsident - Sämtliche Vorwürfe von Mobbing und verletzter Fürsorgepflicht entkräftet

Das von Jürg Simeon bei der Rekurskommission der Katholischen Kirche im Kanton Zürich angestrengte Amtsenthebungsverfahren gegen Pfarrer Fulvio Gamba und Kirchgemeindepräsident Louis Landolt ist abgeschlossen. Die Rekurskommission kommt nach eingehender Untersuchung und zahlreichen Anhörungen zum Ergebnis, dass die vorgebrachten Vorwürfe von Mobbing und von systematischer Verletzung der Fürsorgepflicht keine Grundlage haben. Mit Genugtuung nehmen Pfarrer und Kirchgemeindepräsident zur Kenntnis, dass die medial wiederholt verbreiteten Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren. Die Untersuchung von Führung und Organisation der Kirchgemeinde und Pfarreiarbeit stellt der Kirchenpflege und dem Pfarrer ein gutes Zeugnis aus.

Ebenso hält die Rekurskommission fest, dass eine gültige demokratische Pfarrwahl nicht nachträglich aufgehoben werden kann, wenn einige Kirchgemeindemitglieder mit dem Ergebnis nicht einverstanden sind. Pfarrer und Kirchenpflege nehmen die Beurteilung der untersuchten Konflikte sowie die Empfehlungen zu deren Lösung gerne entgegen. Diese betreffen Fragen der Kompetenzverteilung und der Kommunikation.

Für alle direkt Betroffenen war vor allem die mediale Instrumentalisierung des Konflikts eine belastende Zeit. Kirchgemeinde und Pfarrer war und ist es oberstes Anliegen, die Persönlichkeitsrechte Betroffener zu wahren. Aufgrund des Daten- und Persönlichkeitsschutzes konnten Vorwürfe nicht öffentlich entkräftet werden. Wir bitten dafür um Verständnis.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schlussfazit der Rekurskommission im Wortlaut:

Schlussfazit

„Gesamthaft haben sich im Rahmen der Untersuchung die in der Aufsichtsbeschwerde vorgebrachten Vorwürfe des Mobbings und der systematischen Verletzung der personalrechtlichen Fürsorgepflicht nicht erhärtet. Bei den befragten aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden handelte es sich im Wesentlichen um solche, welche dem Führungsstil des Pfarrers kritisch gegenüberstehen. Diese Kritik wurde gegenüber der Untersuchungsleitung sehr offen und auch teilweise mit Nachdruck geäussert und ist ernst zu nehmen; es haben sich jedoch auch auf ausdrückliches und wiederholtes Nachfragen hin keine Hinweise dafür ergeben, dass Mitarbeitende durch den Pfarrer oder die Kirchenpflege in aufsichtsrechtlich relevanter Weise systematisch schikaniert, ausgegrenzt, gedemütigt, beleidigt, bedroht oder verleumdet würden. Bei den festgestellten Konflikten handelt es sich vorab um unterschiedliche Ansichten betreffend Kompetenzverteilung und Umgangston, welche durch Pfarrer und Kirchenpflege zu analysieren sind, welche aber in keiner Weise ein Mass bzw. eine Qualität erreichen, welches ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde als angezeigt erscheinen lassen würde. Es ist zu prüfen, welche Massnahmen möglich und angezeigt sind, um solche Probleme inskünftig zu verringern, dies ist jedoch Sache der Kirchenpflege, des Pfarrers und allenfalls dessen innerkirchlichen vorgesetzten Stellen. Bezüglich der Führung und Organisation von Kirchgemeinde und Pfarreiarbeit im Allgemeinen hat sich ergeben, dass Kirchenpflege und Pfarrer effizient zusammenarbeiten und gute Leistungen erbringen. Abschliessend ist festzuhalten, dass der Pfarrer im November 2016 in gültiger Wahl rechtskräftig zum Pfarrer der Kirchgemeinde Egg gewählt wurde, wobei zu diesem Zeitpunkt die Person des Pfarrers sowie seitens einiger Personen gegen ihn bestehende Vorbehalte bekannt waren. Treten keine wesentlichen Rechtsverletzungen zu Tage, so ist es nicht Sache der Aufsichtsbehörde, eine gültige demokratische Wahl nachträglich aufzuheben, weil einige Kirchgemeindemitglieder mit dem Wahlergebnis nicht einverstanden sind.“

Egg, 27.06.2017

Louis Landolt, Kirchenpflegepräsident

Fulvio Gamba, Pfarrer

Kirchenpflege

Kirchenpflege 16

Unsere Kirchenpflege im Juni 2016: (von links) Tincy Kattuveettil (Egg), Walter Oberli (Egg), Louis Landolt (Egg-Esslingen), Thomas Petermann (Mönchaltorf), Manfred Assmann (Maur-Binz), Thomas Reichl (Oetwil am See)