Hungerkrise und Mangelernährung: Fastenaktion setzt auf Agrarökologie

Weltweit leiden weiterhin 645 Millionen Menschen an Hunger und Mangelernährung. Denn: Gesunde Ernährung wird immer teurer. Die Hilfsorganisation Fastenaktion fordert deshalb stärkere Investitionen in lokale Ernährungssysteme und Agrarökologie.

Jacqueline Straub

Obwohl die Zahl der hungernden Menschen weltweit leicht zurückgegangen ist, bleibt die Ernährungslage vielerorts prekär. Laut dem aktuellen Bericht der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) leiden 645 Millionen Menschen weltweit an Hunger und Mangelernährung. Frauen sind dabei besonders häufig betroffen. Gleichzeitig kann sich jede dritte Person weltweit keine gesunde Mahlzeit mehr leisten.

Vor allem in Afrika verschärft sich die Situation. Dort waren 2025 rund 56 Prozent der Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit betroffen, und zwei Drittel können sich keine ausgewogene Mahlzeit leisten. Ein wesentlicher Grund dafür sind die stark gestiegenen Lebensmittelpreise. Im Vergleich zu 2021 kostet eine gesunde Mahlzeit heute rund 25 Prozent mehr.

Lokale Ernährungssysteme stärken

Für die Fastenaktion liegt ein wichtiger Teil der Lösung in lokal produzierten Lebensmitteln. Werden regionale Märkte gestärkt, können Bäuerinnen und Bauern vielfältige Nahrungsmittel anbauen und in ihrer Umgebung verkaufen. Das macht sie unabhängiger von geopolitischen Krisen und globalen Lieferengpässen.

«Die Abnahme der globalen Zahlen ist mit Vorsicht zu betrachten. Es geht nicht nur um die Frage, ob genug Nahrungsmittel erhältlich sind, sondern, wer sich überhaupt eine ausgewogene Mahlzeit leisten kann», sagt Claudia Fuhrer, Programmverantwortliche Ernährungsgerechtigkeit bei Fastenaktion in einer Medienmitteilung. Angesichts der hohen Lebensmittelpreise sei es entscheidend, lokale Ernährungssysteme und Märkte zu fördern.

Agrarökologie als nachhaltiger Ansatz

Fastenaktion setzt in ihren Projektländern auf Agrarökologie. Die nachhaltige Anbaumethode verbessert die Bodenqualität, schont Gewässer und ermöglicht eine ganzjährige Ernte. Gleichzeitig hilft sie Familien, sich kostengünstig und ausgewogen zu ernähren.

Fastenaktion engagiert sich in zwölf Ländern gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen für den Zugang zu gesunder Nahrung. Neben konkreten Projekten vor Ort setzt sich Fastenaktion auch auf internationaler Ebene bei den Vereinten Nationen für bessere politische Rahmenbedingungen ein. Ziel ist es, die Stimmen der besonders betroffenen Menschen stärker in die globale Ernährungspolitik einzubringen und den Hunger langfristig zu bekämpfen.


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