Die Welt ist geschockt angesichts des Ausmasses und der Heftigkeit der Sturzflut in Nepal, bei der es bislang Hunderte von Toten und Tausende Vermisster zu beklagen gibt. Auch die katholische Schweizer Hilfsorganisation Fastenaktion leistet Hilfe – vorerst indirekt über eine lokale Partnerorganisation.
Wolfgang Holz
«Es ist unglaublich und extrem erschütternd, wenn man die Bilder aus Nepal zu der Sturzflut vom vergangenen Mittwoch sieht», sagt Katrin Rosenberg gegenüber kath.ch. Sie ist Programmverantwortliche für Nepal bei der katholischen Hilfsorganisation Fastenaktion Schweiz in Luzern.
«Man muss sich vorstellen, dass der Felssturz vor Ort mindestens zehnmal so gross ist wie derjenige vom Walliser Bergsturz in Blatten», beschreibt Rosenberg. Dabei bezieht sie sich auf Aussagen von Schweizer Forschern, die diese in einem SRF-Beitrage äusserten. Die Schlammlawinen bei der Sturzflut in dem nepalesischen Bergtal seien wie ein Tsunami über die Dörfer und ihre Bewohner hinweggerollt.
Im Augenblick leistet Fastenaktion in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation CSRC – Community Self Reliance Center – unmittelbare erste Nothilfe. «Wir haben Gemeinschaftsküchen aufgebaut, um die Menschen mit Essen zu versorgen, und wir haben den Menschen Licht in Form von Solarlampen gebracht.»
Die Partnerorganisation CSRC von Fastenaktion arbeitet laut Katrin Rosenberg seit 2007 mit Dorfgemeinschaften in Rasuwa in Nepal zusammen, um ihre Landrechte zu stärken. Nach Erdbeben und Erdrutschen unterstützte die Organisation Gemeinschaften bei der Umsiedlung, beim Wiederaufbau und bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen.
«Hunderte Menschen starben, unzählige Familien wurden vertrieben.»
Die Situation in den von der Sturzflut betroffenen Gebieten bleibe nach wie vor äusserst kritisch. Ganze Siedlungen seien, so Rosenberg, von der Flut zerstört worden. «Hunderte Menschen starben. Unzählige Familien wurden vertrieben – es fehlt ihnen unter anderem an sicheren Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Wasser.»
Ob Fastenaktion weitere Spendenmittel spreche, sei im Augenblick noch zu früh, um darüber konkrete Auskünfte zu geben, sagt Katrin Rosenberg – die selbst schon fünfmal in Nepal war und fasziniert ist von den Menschen dort.
«Die Situation vor Ort ist noch absolut unübersichtlich und viele internationale Hilfskräfte inklusive der Regierung sind im Einsatz», erklärt Katrin Rosenberg. Momentan agiere die lokale Partnerorganisation vor Ort mit einem Budget von rund 3000 Franken, da diese ersten Massnahmen aus dem ordentlichen Projekt-Budget geleistet werden könnten.
Doch auch für die längerfristige und nachhaltige Arbeit in Nepal seien genügend Mittel essenziell. Rosenberg: «Daher ist es gut möglich, dass zusätzliche Gelder notwendig sein werden und noch ein grösseres Nothilfebudget gesprochen wird.»
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